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Wurden sie vergiftet? : Mysteriöses Hummelsterben in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Insekten stehen unter Artenschutz. Kreissprecher: Genehmigung zum Töten darf nur Naturschutzbehörde des Landes erteilen.

von
erstellt am 01.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Sie summen nicht mehr. Stattdessen liegen Dutzende der pelzigen, schwarzgelb-gestreiften Insekten leblos auf dem Bürgersteig rund um ein rosafarbenes Rosenbeet. Ein paar der Hummeln zucken noch mit den Beinen, andere kriechen langsam und erschöpft über den Steinboden an der Ecke Damm/An der Berufsschule. Die toten Tiere sind zum Teil zerquetscht, von Fahrradfahrern oder Fußgängern.

Was ist der Grund für das mysteriöse Hummelsterben in Pinneberg? „Auf Anhieb kann ich darauf keine Antwort geben“, sagt Kreispressesprecher Oliver Carstens gestern Nachmittag. Was er aber weiß: „Hummeln stehen unter Artenschutz. Sie sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt.“ Das bedeutet: Niemand darf die Tiere grundlos töten. „Dafür bedarf es einer Genehmigung. Und die darf nicht einmal der Kreis erteilen“, fügt Carstens hinzu, der selbst lange Zeit Mitarbeiter im Fachdienst Umwelt des Kreises war.

Die Hautflügler gehören außerdem zu den wichtigsten Bestäuberinsekten. Eine Erlaubnis für eine Vergiftung könne laut Carstens nur die obere Naturschutzbehörde erteilen. In Schleswig-Holstein ist das das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel.

„In meiner langjährigen Tätigkeit in der unteren Naturschutzbehörde habe ich es so gut wie nie erlebt, dass ein Hummelnest vernichtet werden musste“, sagt der Kreissprecher. „Hummeln sind sehr friedfertige Tiere und mit ein bisschen gutem Willen ist ein Zusammenleben mit ihnen ohne weiteres möglich“, erläutert Carstens.

Sind die blauen Kügelchen in dem Rosenbeet der Auslöser? (Foto: Oster)
Sind die blauen Kügelchen in dem Rosenbeet der Auslöser? (Foto: Oster)
 

Auffällig: Die toten Hummeln liegen rund um ein Rosenbeet. In dessen Erde sind lauter kleine blaue Kügelchen. Kann das der Auslöser sein? „Ob die Kügelchen etwas damit zu tun haben, weiß ich nicht“, sagt Carstens. „Ein bisschen mysteriös ist dieses Hummelsterben schon“, kommentiert er.

Bei der Fläche handle es sich laut Rathaussprecher Marc Trampe um ein öffentliches Grundstück. Eine Erklärung für die Ursache des Insektensterbens hat er jedoch auch nicht. „Aber die untere Naturschutzbehörde wird sich voraussichtlich am Montag selbst ein Bild davon machen“, sagt er.

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