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Pinneberger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 07:52 Uhr

Kreis Pinneberg : Muss der alte Ofen bald raus?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Besitzer von alten Öfen oder Kamine müssen ab dem kommenden Jahr ihre Feuerstätten mit Filtern aufrüsten oder ersetzen. Doch dabei gibt es auch Übergangsfristen von bis zu zehn Jahren.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Während draußen Nebelschwaden durch die Landschaft ziehen, der graue Himmel kaum einen Sonnenstrahl durchlässt und morgens wieder die Autoscheiben freigekratzt werden müssen, machen es sich abends viele Menschen am Ofen gemütlich. Doch wer Holz oder Kohlebriketts verfeuert, pustet auch Feinstaub durch den Kamin. Deswegen hat der Deutsche Bundestag schon 2009 eine neue Immissionsschutzverordnung beschlossen, die seit März 2010 gilt. Das bedeutet: Alte Öfen oder Kamine müssen ab dem kommenden Jahr mit Filtern aufgerüstet oder ersetzt werden. Für neuere Modelle gilt eine Übergangsfrist bis 2025.

Der Markt für Gebrauchtöfen scheint deswegen nahezu tot zu sein. Wer via Internet auf Auktionsportalen oder in Kleinanzeigen stöbert, findet selbst hochwertige oder antike Stücke zu Schleuderpreisen. Das Problem: Weil sie die neuen Immissionsgrenzwerte nicht einhalten, dürfen sie ab dem kommenden Jahr nicht mehr aufgestellt und betrieben werden.

Müssen sich nun alle Ofenbesitzer schleunigst eine neue Feuerstätte zulegen? Thomas Treichel, Schornsteinfeger aus Pinneberg, winkt ab: „Es gibt Übergangsfristen in mehreren Stufen. Etwa 80 Prozent unserer Kunden haben relativ neue Feuerungsanlagen. Sie müssen erst 2025 umrüsten.“

Es gebe zudem einige Ausnahmen, etwa für Herde und Backöfen, historische Öfen, die vor 1950 errichtet wurden, eingemauerte Grundöfen und Öfen in Gebäuden ohne Zentralheizung. Ob eine Feuerstätte die Grenzwerte einhält, steht bei neueren Modellen auf einem Typenschild oder ist beim Hersteller in Erfahrung zu bringen.

Doch langfristig werden die meisten um eine Neuanschaffung nicht herumkommen. Einfache Ausführungen sind zwar schon für etwa 500 Euro oder weniger zu bekommen. „Für hochwertige Öfen muss man aber eher 1000 bis 1500 Euro investieren“, sagt Schornsteinfeger Arno Berger, der zugleich Anlagen verkauft. Berufskollege Björn Einsiedler ergänzt: „Neue Öfen sparen aber auch Brennholz.“ Die neuen Grenzwerte seien zudem gut für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Filter dagegen würden preislich wohl fast so teuer wie neue Mittelklasse-Öfen sein.

Kontakte zu den zuständigen Schornsteinfegern im Kreis Pinneberg sind im Internet aufgelistet. Technikdaten zu Modellen einzelner Ofenhersteller gibt es unter www.hki-online.de.

Fristen

Öfen und Kamine müssen neue Grenzwerte erfüllen. Deshalb müssen sie ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Je nach Alter gelten unterschiedliche Übergangsfristen: für Anlagen von 1974, davor oder mit unbekanntem Alter bis zum 31. Dezember 2014, für Anlagen von 1975 bis 1984 bis zum 31. Dezember 2017, für Anlagen von 1985 bis 1994 bis zum 31. Dezember 2020 und für Anlagen von 1995 bis 2010 bis zum 31. Dezember 2025. Detailfragen beantworten die Schornsteinfeger.

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