zur Navigation springen

„Der mit dem Papst tanzt“ : Musiktheater in der Lutherkirche

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Reformationsgeschichte: Die Vorstellung ist dreimal ausverkauft. Humorvoll-satirischer Blick auf das Leben Martin Luthers.

Pinneberg | Wer in diesem Jahr den evangelischen Kirchentag verpasst hat, konnte zwar in der Lutherkirche nicht erneut den Auftritt von Ex-Präsident Barack Obama erleben. Doch das Luther-Musiktheater Eidelstedt trat bei drei ausverkauften Vorstellungen in der Pinneberger Kirche erneut auf. Mit der Aufführung bot es einen humorvoll-satirischen Blick auf das Leben Martin Luthers. Die Darsteller bewiesen zudem, dass Kirche nicht immer ernst sein muss. Luther schlug der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche.

Er löste damit ein theologisches Erdbeben aus. Die Reformation führte zur Gründung der evangelischen Kirche. Das Musiktheater erläuterte während des Stücks, welche Bedeutung Luthers Wirken heute für die Kirche und die Menschen hat. „Es ist cool, dass wir hier so etwas geboten bekommen“, freute sich Pastorin Martje Brandt. Sie bedankte sich während ihrer Ansprache dafür, drei Aufführungen vom Musiktheater Eidelstedt geschenkt bekommen zu haben. Die Lutherkirche hatte dennoch Eintritt erhoben, um Technik und Bühnenaufbau kostendeckend zu finanzieren. Ein umfangreiches ehrenamtliches Team begleitete die drei Vorstellungen und versorgte die Besucher mit Waffeln, Kuchen und Getränken.

Mehr als 50 ehrenamtliche Schauspieler, Musiker, Sänger, Techniker und Bühnenbauer der evangelischen Kirchengemeinde Eidelstedt interpretierten und konzipierten die Entwicklung der Reformation und die Bedeutung Luthers für die Nachwelt auf individuelle Weise. Während des Stücks beleuchteten sie Luthers Leben mit vielen musikalischen Elementen. Luther als Mensch mit Stärken, aber auch Schwächen, landet in einer Therapiestunde im Vorhimmel – gemeinsam mit Petrus, Elisabeth II., Bach und dem Papst.

Während der musikalischen und theatralen Darbietungen vermittelten die Laienschauspieler wichtige Aspekte aus Luthers Leben. Gelungen war etwa die Gewitter-Szene, in der Luther schwor, ein Mönch zu werden. Dies gilt auch für eine Szene aus Luthers Schulleben. So vermochte er es als Lateinschüler, souverän und fehlerfrei die U-Deklination von casus aufzusagen. Aber auch musikalisch gab es viele Höhepunkte. So wurde Reinhard Meys Lied „Über den Wolken“ mit verändertem Text live zur Gitarre gesungen. Die Pinnebergerin Christa Borchert schaute mit ihrer Freundin Christa Minne vorbei, um das beim Kirchentag aufgeführte Stück noch einmal zu sehen. „Es ist eine tolle Leistung der Akteure“, lobte Borchert.

zur Startseite

von
erstellt am 19.Jun.2017 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen