Musikalischer Hochgenuss

Das Trio „Café Brasil“ sowie die Kirchenmusiker Stefan Rasch (links) und Hye-Yeon Ko (zweite von rechts) unterstützten mit ihrem Konzert in der Erlöserkirche die Arbeit mit Straßenkindern im brasilianischen Maceio.
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Das Trio „Café Brasil“ sowie die Kirchenmusiker Stefan Rasch (links) und Hye-Yeon Ko (zweite von rechts) unterstützten mit ihrem Konzert in der Erlöserkirche die Arbeit mit Straßenkindern im brasilianischen Maceio.

Zwei Kirchenkonzerte in Halstenbek: Das Trio „Café Brasil“ unterstützt die Arbeit mit Straßenkindern in Brasilien

shz.de von
24. Juni 2014, 16:00 Uhr

Zwei attraktive Konzerte, räumlich nicht weit von einander entfernt und dank gutem Timing bequem hintereinander erlebbar. Diesen musikalischen Luxus boten die Kirchen der katholischen und der evangelisch-lutherischen Gemeinden am Sonntagnachmittag in Halstenbek.

In der Herz-Jesu-Kirche gaben Jugendliche den Ton an. Vor dem Altar wechselten sich der Chor „Song Shine“, die Band „Thumbs-Up“ und mehrere junge Solisten ab, in den Sitzreihen nutzten ihre jungen Fans, Geschwister, Freunde, Schulkameraden, jede Chance, die Musiknummern mit jubelndem Beifall zu belohnen. Eltern, Großeltern und entferntere Verwandte waren natürlich auch zum Klatschen gekommen. Weit mehr als 100. Kein Sitzplatz blieb frei. Der Erlös des Nachmittags, ausschließlich freiwillige Spenden, soll der Kirchenmusik zugute kommen.

Übersichtlicher war die Schar der Klassikliebhaber, die sich zwei Stunden später in der Erlöserkirche einfand. Dort bestritten die Organisten Hye-Yeon Ko und Stefan Rasch gemeinsam mit dem Hamburger Trio „Café Brasil“ ein Benefizkonzert. Orgelmusik gab es zuerst. Von Mozart, Jehan Alain und Charles-Marie Widor. Anschließend fand Rasch am Keyboard gefällige Übergänge von Klassik bis Pop. Michael Schlierf und Michael Schütz, beide in den 1960er Jahren geboren, waren die Komponisten seiner Wahl. Ihre Musik trug der Kirchenmusiker nicht nur virtuos vor, sondern er ordnete sie zugleich mit viel Sachverstand in die Musikgeschichte ein.

Schon diese beiden ersten Programmblöcke enthielten südamerikanische Rhythmen. Diesen Aspekt des Abends toppte schließlich das Hamburger Trio „Café Brasil“ des in der Hansestadt lebenden Komponisten Eduardo Macedo. Brasilien als roter Faden des Programms kam nicht von ungefähr: Die Spenden, die sich nach dem Schlussapplaus in den Klingelbeuteln ansammelten, waren für die Arbeit mit Straßenkindern im brasilianischen Maceio bestimmt. Gilberto Calcagnotto vom Vorstand des Halstenbeker Fördervereins für das Straßenkinderhilfsprojekt, bereicherte den Abend auch mit einer Powerpoint-Präsentation über die Probleme in der malerischen, aber von Drogenbanden geplagten Küstenstadt, in der alle zwei Stunden ein Mensch ermordet wird.

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