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„Hamburger Ratsmusik“ : Musikalische Schatzsuche im Barock

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die „Hamburger Ratsmusik“ stellt ihr Jahresprogramm vor. Auftritte sind im September, November und Dezember geplant.

Pinneberg | „Die zentralen Fragen der Menschheit ändern sich nie“, betont Simone Eckert und fügt hinzu: „Wer sich mit vergangenen Epochen beschäftigt, der blickt in einen Spiegel.“ Aus Eckert spricht die Passion eines Menschen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, musikalische Schätze der Vergangenheit zu bergen.

Direkt nach dem Ende ihres Studiums gründete die Wahl-Ellerhooperin daher 1991 die „Hamburger Ratsmusik“. Das Ensemble knüpft an die Tradition der historischen „Ratsmusik“ an, die im 17. Jahrhundert in der Hansestadt aktiv war. „Die Musiker – eine sehr internationale Gruppe – waren Angestellte der Stadt und spielten bei öffentlichen Anlässen.“ In der Neuzeit möchte Eckert vor allem die Musik dieser Zeit – des Barocks – wieder aufleben lassen. „Im Barock treffen Lebensfreude und Todesnähe aufeinander – die Menschen waren sich ihrer Vergänglichkeit sehr bewusst“, so Eckert. Eine Stimmung, die sich auch in der Musik wiederfände. Für die Aufführungen der „Hamburger Ratsmusik“ müssen Eckert und die anderen festen Ensemblemitglieder, Ulrich Wedemeier und Michael Fuerst, regelmäßig archäologische Arbeit leisten. „Barocke Kompositionen wurden einmalig aufgegeführt, anschließend entstanden neue Stücke“, erzählt die Ensembleleiterin.

Am Anfang eines neuen Programms steht daher meist die Recherche in Archiven. Anschließend werden die Stücke in der Pinneberger Drostei einstudiert und hier auch erstmals aufgeführt. Anschließend touren die Musiker durch Deutschland und die Welt. Eckert: „Jedes Konzert in der Drostei ist eine Feuertaufe.“ Seit das Ensemble 2004 den Kreiskulturpreis erhielt, ist der barocke Bau im Herzen Pinnebergs ihre Heimat geworden.

Am Mittwoch, 3. September, spielt die „Hamburger Ratsmusik“ ab 19.30 Uhr „Spirituoso“ in der Drostei, Dingstätte 23. Auf dem Programm steht Kammermusik von Georg Philipp Telemann. Für deutsche Musik aus dieser Epoche ungewöhnlich: Bei den Triosonaten kommt eine Diskant-Viola da Gamba zum Einsatz. Xenia Löffler (Barockoboe) und Peter Holtslag (Blockflöte)  vervollständigen das Ensemble. Am Donnerstag, 6. November, spielt die Ratsmusik das Programm „Verleih uns Frieden gnädiglich“ zum 450. Geburtstag von Hans Leo Hassler auf. Der Rahmen für das Konzert ist der Barocke Herbst in der Drostei. Am Donnerstag, 4. Dezember führt das Ensemble unter dem Titel „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ Weihnachtschoräle auf, die Martin Luther sammelte, umdichtete und teils sogar komponierte. „Damit gehen wir noch weiter in die Vergangenheit, in die Renaissance, zurück“, betont Eckert. Die Instrumentierung unterscheide sich deutlich von der des Barocks. Die Sopranistin Ina Siedlaczek stößt zu diesem Anlass zum Ensemble.
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erstellt am 10.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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