Jazz im Foyer : Musikalische Grüße aus Sizilien im Pinneberger Rathaus

Sang über knorrige Olivenbäume und den Duft der Zitronen: Sizilianerin Fabiola Saccomanno.
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Sang über knorrige Olivenbäume und den Duft der Zitronen: Sizilianerin Fabiola Saccomanno.

Feuermelder-Alarm beendet Konzert. Sängerin Fabiola Saccomanno begeisterte Publilkum.

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22. Januar 2018, 12:00 Uhr

Pinneberg | Einen musikalischen Ausflug nach Sizilien unternahmen am Freitagabend die rund 120 Zuhörer des ersten Konzertes im neuen Jahr in der Reihe „Jazz im Foyer“ im Pinneberger Rathaus. Als „Reiseleiterin“ fungierte dabei die auf der größten Mittelmeer-Insel geborene Sängerin Fabiola Saccomanno, welche mit ihrem exzellent begleitendem Ensemble um Bettina Russmann (Sopran-Sax, Flöte), Antje Stehen (Bandoneon), Matthias Weiher (Piano), Thilo Plümer (Bass) und Matt Zentrich (Percussion) ihr Publikum verwöhnte.

Die Sängerin hielt das, was Herbert Hoffmann als Verantwortlicher für die Veranstaltungen der „Jazz im Foyer“-Reihe in seinem Vorwort schmunzelnd versprach: „Ich stehe hier im Winter im T-Shirt vor Ihnen. Das liegt an der Wärme, die Fabiola Saccomanno mitgebracht hat.“

Von Zitronenblüten und Freibeutern

Dann trat Saccomanno ans Mikro und besang in ihren Liedern nicht nur direkt den Duft von Zitronenblüten, die Freibeuter des Tyrrhenischen Meeres oder alte, knorrige Olivenbäume, sondern widmete die meisten Stücke ihres Konzertes vor allem denjenigen, die ihr Heimatland mit großen Träumen verlassen haben. So wie Saccomanno selbst, die Italien mit ihren Eltern und Geschwistern verlassen hatte und schon als kleines Mädchen Noten lernte. Ehe eine fundierte Gesangsausbildung und zahlreiche Auftritte auf bekannten Jazzfestivals folgten.

So war der Programmtitel „Nera Maria“ von ihr ganz bewusst gewählt worden: Er handelt von der aus Lavastein gemeißelten Madonnen-Figur, die laut Saccomanno auf Sizilien an so ziemlich jeder Wegkreuzung zu finden ist.

Ob leise Töne und ein förmlich hörbares Schnee-Rieseln bei „Silenzio“, kraftvolles zu Ponte d’oro (Goldene Brücke) oder ein bisschen von beidem bei „Sicilia“: „Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele; hier ist der Schlüssel zu allem“, ließ bereits Johann Wolfgang von Goethe („Italienische Reise“) die Menschheit wissen.  Mit viel Charme und Herz nebst jeder Menge Sinnlichkeit zog die Vollblut-Musikerin ihr Publikum in den Bann.

Angebranntes Essen löst Alarm aus

„Hervorragend“, „toll“ und „sehr einfühlsam“ lauteten die Kommentare aus dem Publikum, das am Ende tosenden Beifall spendete. Sich jedoch mit lediglich einer Zugabe begnügen musste, da sich zu Beginn des zweiten Stückes plötzlich Klänge eines völlig anderen Genres breit machten – und zur allgemeinen Verwunderung die Feuermelder im Rathaus ansprangen. Das Abstellen des durch Mark und Knochen dringenden Alarms durch die eingetroffene Feuerwehr gelang erst nach rund 20 Minuten. Zu lang für eine Fortführung eines auch so vollumfänglich gelungenen Konzertes.  Mittlerweile steht der Grund für den Alarm fest: Angebranntes Essen.

Schon jetzt verwiesen die Organisatoren von „Jazz im Foyer“ auf die nächste Veranstaltung im Rathaus: Dort wird am 24. Februar (ab 20 Uhr) die zwischenzeitlich weit über die Landesgrenzen bekannte Band „SPITZ“ gastieren, welche aus fünf kreativen Jungs aus Norddeutschland besteht. Und selbstgebackene, mit Soul-, Funk- und Jazzelementen angereicherte Popmusik präsentiert. Karten gibt es für 14 Euro im Vorverkauf (beim „Bücherwurm“) oder an der Abendkasse zu 16 Euro.

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