Musik kann die Welt verändern

Klavierstück mit Happy End: Der König (Alessandro Schulze, links) fällt der Schlossmagd (Maren Meyer) in den Arm. Zur Freude von Köpfchen (Kathrin Lièvre, rechts).
Klavierstück mit Happy End: Der König (Alessandro Schulze, links) fällt der Schlossmagd (Maren Meyer) in den Arm. Zur Freude von Köpfchen (Kathrin Lièvre, rechts).

Uraufführung von „Klimpernikus“ im Allee Theater

shz.de von
29. September 2018, 16:00 Uhr

Ein Musikinstrument spielt beim Abenteuer „Klimpernikus – Ein Klavier mit Herz“ die Hauptrolle. Das Stück hat eine starke Botschaft: Musik kann die Welt verändern. Diesen Grundsatz verinnerlichten die Besucher während der Uraufführung im Hamburger Allee Theater. Das Stück stammt aus der Feder der Rellinger Sängerin und Autorin Sabine Maria Schoeneich.

Alle Beteiligten sorgten für eine stimmige, liebevoll durchzeichnete Inszenierung. Der hochgewachsene, grau gesichtige König, die pfiffige Maus Knöpfchen und die frech-charmante Schlossmagd Pauline zogen mit ihren fantasievollen Kostümen die jüngeren Besucher von Anfang bis Ende des Stücks in ihren Bann. Die Nachwuchsdarsteller zeigten eine beachtliche schauspielerische Leistung und sangen bereits mit klangvollen Stimmen. Nachwuchstalent Alessandro Schulze aus Pinneberg verkörperte mit strengen Gesichtszügen und Wutausbrüchen den Befehle liebenden König. „Es war nicht leicht, einen herrischen, aber zugleich wenig Angst einflößenden König zu spielen“, sagte Schulze, der zurzeit eine Ausbildung an der Musical-Akademie in Pinneberg absolviert.

Doch auch die drangsalierte Schlossmagd Pauline (Maren Meyer) und die Maus Knöpfchen (Kathrin Lièvre) überzeugten. Lièvre agierte als Maus mit einer weißen, pompös ausgepolsterten Hose. Hohe Qietsch-Stimme und Angstattacken ergänzten ihren Auftritt wie aus dem Bilderbuch. Den Darstellern gelang es in anspruchsvoller Weise, dreistimmig gesungene Lieder zu Gehör zu bringen. „Ich habe bei uns selten ein so harmonisch agierendes Ensemble erlebt“, sagte Intendant Marius Adam.

Die Pinnebergerin Birgit Wunder sorgte mit wenigen dafür fantasievollen Utensilien für ein kreatives Bühnenbild und Kostüme. Die erste Szene gestaltete sie mit Thron, rotem Kissen und pastellblauen Schrank. Ein originelles Verkehrsschild mit einem den Zeigefinger an die Lippen legenden König passten in das Reich eines die Musik verbietenden Königs. Ritterrüstung, Spinnweben und vor allem das mit Stiefeln am Pedal ausgestattete Klavier sorgten bei der Turmszene für ein passendes Ambiente.

Pauline, Knöpfchen und letztendlich der König zeigten sich von der positiven Strahlkraft der Musik überzeugt. Der König gewann seine Untertanen zurück. „Wehr dich, wenn dir Unrecht geschieht“, konnten die Zuschauer als pädagogische Botschaft verinnerlichen.

Der Intendant komponierte zum Text die passenden Lieder. „Nach Sabines klarer Textvorgabe war es für mich leicht, die Musik zu finden“, sagte Adam. Die Schüler der Konzertklasse der Rellinger Little Opera hatten die Werke in einem Tonstudio eingespielt. Zum Spektrum gehörten auch Stücke von Mozart, wie zum Beispiel die Sonate A-Dur, der Walzer B-Dur und das Stück Alla Turca.

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