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Kantorei in Rellingen : Musik als Mittel gegen Fremdenhass

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Rellinger Kantorei singt Weihnachtsoratorium im Dezember. Parallele zur Flucht Christi .

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 15:15 Uhr

Rellingen | Musikwissenschaftler und Fans der Bach’schen Musik hätten sicherlich gern „Mäuschen“ gespielt, als das Weihnachtsoratorium BWV 248 mit allen sechs Teilen – für Solisten, gemischten Chor und Orchester von Johann Sebastian Bach – vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche uraufgeführt wurden. 281 Jahre später, am Sonnabend, 12. Dezember, heißt es für Musik-Fans, sich den Termin für ein gesellschaftliches Ereignis vorzumerken: In der Rellinger Kirche werden ab 19 Uhr die ersten drei Teile aufgeführt.

Für Kantor Oliver Schmidt gilt es an dem Abend, etwa 90 Sänger der Kantorei Rellingen und etwa 25 Musiker der Sinfonietta Lübeck in die Spur zu bringen. „Probenstart war nach den Sommerferien“, sagt Schmidt. Früh genug, um allen Beteiligten den notwendigen Spannungsbogen über die ausgewählten Kantaten zu legen.

90 Minuten keine langweiligen Noten, keine Längen, Raum für eigene Interpretationen, Assoziationen, die bis in die Gegenwart reichen – Schmidt sieht zur Geburt, der Not und der Flucht von Jesus Christus auch Parallelen zur aktuellen Flüchtlingsdramatik. Mit der Musik wolle er Zeichen setzen gegen Fremdenfeindlichkeit.

Schmidt ist überzeugt: „Bachs Weihnachtsoratorium ist die berühmteste Vertonung der Geschichte von der Geburt des Erlösers in Bethlehem. Und zu Weihnachten ist der Besuch ein Muss.“

Spannung und Reiz des Werks seien bis heute nicht verloren gegangen. Die Geburt des Erlösers in einem ärmlichen Stall sei bei Bach hörbar. Schmidt: „Zur Besinnung kommen von der vorweihnachtlichen Hektik, nachdenklich werden, auch wegen der Zitate aus der Matthäus-Passion und die Musik in vollen Zügen genießen – das ermöglicht das Weihnachtsoratorium gleichzeitig.“

Für eine glanzvolle Aufführung konnte der Kantor wieder Solisten der Extraklasse gewinnen. Ulrike Meyer (Sopran), Annette Gutjahr (Alt), Svjatoslav Martynchuk (Tenor), Keno Brandt (Bass), Joachim Schäfer (Trompete) und Jörg Dehmel (Cembalo) wollen für einen unvergessenen Abend sorgen.

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