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Kreis Pinneberg : Museum Langes Tannen: 400 Objekte verschollen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Altertümer-Sammlung ist die Grundlage für das Stadtmuseum.

Kreis Pinneberg | Ute Harms, Leiterin des Museums Langes Tannen in Uetersen, hält eine Hutschachtel in der Hand: eine Leihgabe des Stadtmuseums Pinneberg. Die bunt verzierte Schachtel stammt aus der „privaten Altertümer-Sammlung“ von Hermann Tartsch und Emil Meyer und ist mehr als 100 Jahre alt. Geht es nach Harms, soll nicht nur die Hutschachtel einen festen Platz im Uetersener Museum finden.

„Durch ein Gespräch über Scherenschnitte im letzten Sommer ist mir die Sammlung wieder ins Bewusstsein gerutscht“, sagte Harms bei der Vorstellung des Rechercheprojekts. Sie erforschte, was aus den 1940 vom Altonaer Museum dokumentierten 460 bis 470 Ausstellungsstücken wurde. 50 bis 60 Gegenstände – vor allem Fotos, Textilien und Kleingegenstände fand sie im Stadtmuseum Pinneberg. Mit Museumsleiterin Ina Duggen-Below habe Harms schon eine gemeinsame Ausstellung vereinbart. Doch der Rest der Stücke ist noch verschollen.

„Die Sammlung wurde der Stadt Uetersen zum Kauf angeboten und da hat man eine Chance für ein Stadtmuseum verschlafen“, ärgerte sich Harms. In den 1970er Jahren wurde die Sammlung an die Stiftung Landdrostei übergeben. 20 Jahre später entschied man sich dort, sich von einigen Gegenständen zu trennen. 60 bis 70 Exponate wurden bei einer Auktion in Bönningstedt verkauft.

„Die wertvollsten Stücke sind alle weg, aber wir hoffen, dass sie noch erhalten sind“, so Harms über die Möbel aus dem 18. Jahrhundert. Zudem seien viele Stücke von der Landdrostei verschenkt worden. „Der Verkauf war eigentlich Vertragsbruch, denn die Ausstellung sollte zusammenbleiben und öffentlich zugänglich gemacht werden“, so Harms. Sie habe bereits Gespräche geführt, doch mehr oder weniger ergebnislos. „Die heutigen Verantwortlichen kennen die Sammlung gar nicht und in den Archiven konnten die Unterlagen über den Verbleib der Stücke bisher nicht gefunden werden“, so Harms. Daher suche sie nun nach Hinweisen auf den Verbleib der Sammlung von Hermann Tartsch und Emil Meyer.

Finanziell muss sie sich wenig Sorgen machen, denn die Fielmann AG unterstützt die Recherche – und vielleicht auch mehr. „Wir wollen dabei helfen, erstmals die gesamte Sammlung zu präsentieren, die die Grundlage eines Uetersener Stadtmuseums sein kann“, sagte Jürgen Ostwald. Der Kunsthistoriker gilt als der „Jäger verlorener Schätze“ für die Museen in Schleswig-Holstein. Einen sechsstelligen Betrag gibt Ostwald jährlich aus, um auch der Geschichte des kleinsten Dorfes im Land ein Gesicht zu geben – finanziert vom Brillen-Unternehmer und Kunstmäzen Günther Fielmann. „Wenn sich Stücke im Privatbesitz befinden, unterstützen wir das Museum Langes Tannen auch gerne beim Rückkauf“, sagte Ostwald. Auch in den Gesprächen mit dem Stadtmuseum Pinneberg wolle er vermitteln. Verschmitzt grinsend sagte er: „Wir unterstützen ja beide seit Jahren und finden sicherlich eine Lösung.“

Doch bevor es soweit ist, sucht Harms nach Anhaltspunkten und letztendlich erhaltenen Stücken. „Das wird eine Menge Arbeit, die Wege zu rekonstruieren“, so Harms. Hinweise nimmt sie unter Telefon 04122-979106 oder per E-Mail an langes-tannen@gmx.de entgegen.

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erstellt am 24.Feb.2015 | 14:00 Uhr

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