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Pinneberger Tageblatt

22. September 2017 | 21:03 Uhr

Mütter trotzen Skepsis der Politiker

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Betreuungsgruppe an der Brüder-Grimm-Schule in Rellingen feiert 20-jähriges Bestehen / Erste Initiative im Kreis Pinneberg

Das Spielzeug liegt sortiert im Regal. Stattdessen stehen Geschenke herum. Tobende und lachende Kinder hört man an diesem Tag nicht, dafür freuen sich die Erwachsenen: Die Betreuungsgruppe an der Brüder-Grimm–Schule in Rellingen feiert ihr 20-jähriges Bestehen.

Dabei sah es zunächst nicht nach einem Erfolg aus, als die Eltern eine Betreuung für ihre Kinder organisieren wollten. Es fand sich kein Träger. Kirche und DRK sprangen ab, also blieb nur eines: Die Eltern mussten selbst ran. Und so ist es bis heute.

Die Initiative war damals so ungewöhnlich wie bahnbrechend – und die erste im Kreis Pinneberg. Ähnliche Vorstöße sorgten für Tumulte im Schulausschuss. Eine solche Reaktion wäre heute unvorstellbar. Die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren, ist mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. 1992 war das nicht der Fall, wie Schulrektorin Sabine David-Glißmann berichtete. Als eine Ganztagsbetreuung für die Haupt- und Realschüler in Rellingen diskutiert werden sollte, lehnten die Sozialdemokraten die Debatte gänzlich ab. Es gebe keinen Bedarf, behaupteten die Kommunalpolitiker. Das Verfahren, mit dem die Idee aus dem Hut gezaubert wurde, sei



„ein Wahlkampfschlager, bei dem nichts Angenehmes im Ohr bleibt“, erklärte der damalige Ratsherr Manfred Eckhof.

Die Warteliste der Betreuungsgruppe der Grundschüler spricht eine andere Sprache: Zurzeit werden 100 Grundschüler zwischen 7 und 9 Uhr sowie zwischen 12 und 14 Uhr betreut. In den Ferien ist die Gruppe durchgängig besetzt. 55 Kinder warten auf einen Platz.

Bürgermeisterin Anja Radtke (parteilos) stellte für das kommende Schuljahr zwei weitere Betreuungsklassen in Aussicht. Zunächst müssen die Kinder zwar in Containern spielen, an einer langfristigen Lösung werde aber gearbeitet. Die Rathauschefin lobte die Eltern als verlässliche Partner. In Rellingen würden die Kinder nicht nur aufbewahrt, sondern gut betreut.

Eine der Betreuerinnen ist Elke Heitmann-Kluj. Sie war von Anfang an mit dabei: „Es ist die Abwechslung, die so viel Spaß macht. Es gibt täglich neue Herausforderungen.“

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