Müllentsorgung kostet 133 451 Euro

Um illegalen Müll zu entsorgen, müssen Kommunen tief in die Tasche greifen.
Um illegalen Müll zu entsorgen, müssen Kommunen tief in die Tasche greifen.

Stadt denkt darüber nach, privates Sicherheits-Unternehmen einzustellen

von
07. März 2018, 16:00 Uhr

Mal eben seinen Unrat entsorgen – für viele ist das vielleicht nur ein Kavaliersdelikt. Doch je mehr Umweltfrevler es gibt, desto mehr kostet auch die Beseitigung. Als Bürger und Ratsherr von den zunehmenden wilden Müllkippen genervt, startete Herbert Hoffmann (SPD) zu diesem Thema eine größere Anfrage an die Pinneberger Stadtverwaltung. Jetzt liegen die Antworten vor. Die Zahlen sprechen für sich: In den vergangenen zwei Jahren wurden insgesamt etwa 160  Kubikmeter illegaler Müll entsorgt, teilt Stadtsprecherin Maren Uschkurat mit. In den meisten Fällen handele es sich um die Entsorgung von Sperrmüll, ganz selten wurden Tannenbäume, Grünabfälle oder etwa Glasscherben beseitigt.

Die Gesamtkosten für die Entsorgung, darin enthalten sind auch die aufgewendete Arbeitszeit der Mitarbeiter und die Fahrzeugkosten, betrugen 133 451,17 Euro. „Geld, das an anderer Stelle wie zum Beispiel im Jugend- und Kulturbereich eine bessere Verwendung gefunden hätte“, sagt Hoffmann. Darüber, welche Menge wilder Müll zusätzlich durch den Kreis beziehungsweise die GAB entsorgt wurde, liegen keine Zahlen vor, so die Verwaltung. Sofern es sich um weniger als fünf Kubikmeter handele, sei die Stadt zuständig. Bei größeren Mengen liege die Zuständigkeit beim Kreis. Der zuständige Fachdienst habe an den Kreis im Jahr 2017 zwei Fälle weitergereicht.

Die Stadt hat während der vergangenen zwei Jahre vier Bußgelder verhängt. Die Beträge lagen zwischen 100 und 150 Euro. „Gut ist, dass die Stadt sich darüber Gedanken macht, wie die Ablagerung von wildem Müll eingedämmt werden kann“, sagt Hoffmann. Da die meisten Müllablagerungen in der Dunkelheit passieren und auch das Auffinden von einzelnen Adressen nicht zur Durchführung eines Bußgeldverfahrens ausreicht, sei es erforderlich, durch verstärkte Kontrollen an den bekannten Standorten Personen auf frischer Tat zu erwischen beziehungsweise durch verstärkte Ermittlungsarbeit im Außendienst die Betroffenen zu finden, teilt die Verwaltung mit. Derzeit werde auch darüber nachgedacht, ein privates Sicherheits-Unternehmen mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Hoffmann schlug vor, zur Erlangung von Beweisbildern auch sogenannte Wildkameras einzusetzen. Die Verwaltung gibt zu bedenken, dass personenbezogene Videoüberwachung in und an allgemein zugänglichen Flächen und Räumen nur dann möglich ist, wenn es sich um Kriminalitäts- oder Gefahrenschwerpunkte handelt, soweit Tatsachen die Annahme rechtfertigten, dass Schäden für Leib, Leben oder Freiheit oder gleichwertige Schäden für andere Rechtsgüter zu erwarten sind. Das sei bei der illegalen Müllentsorgung nicht der Fall.

Dass durch den illegal abgelagerten Abfall Ratten angelockt werden, wie Hoffmann vermutete, decke sich nicht mit den Erfahrungen der Verwaltung. An den bekannten Entsorgungsorten wurden bisher zumindest keine Ratten gesichtet oder gemeldet. Die Nagetiere würden durch Lebensmittelabfälle angelockt, so Uschkurat. Bei dem illegal abgelagerten Müll handele es sich aber größtenteils um Möbel.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen