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Pinneberger Tageblatt

23. November 2017 | 12:12 Uhr

Motte & Co.: Schädlinge im Fokus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vortrag Expertin erläutert Baumkrankheiten

von
erstellt am 06.Okt.2017 | 16:00 Uhr

„Der allererste Schritt ist herauszufinden, was die Ursache für die Krankheit ist“, so lautete die erste wichtige Botschaft von Antje Frers. Auf Einladung der Umweltausschussvorsitzenden Ilka Schmidt (CDU) referierte die Diplom-Ingenieurin für Gartenbau an der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein am Mittwochabend vor den Mitgliedern des Gremiums und Bürgern über Krankheiten an unseren heimischen Bäumen.

Bakterien, Viren und Pilze, die Schäden anrichteten, gebe es einige, erläuterte Frers. Kranke Bäume sofort zu entfernen und dort Ersatzpflanzungen vorzunehmen, sei nicht zielführend: „Wenn dort ein Bakterium, ein Virus oder ein Schädling vorhanden ist, wird der neue Baum ebenfalls befallen – genau deshalb ist die Forschung nach der Ursache so wichtig“, erklärte die Expertin. Darauf zu hoffen, irgendwann Bäume zu haben, die allen Erregern und klimatischen Anforderungen trotzten, sei unsinnig. „So einen Baum wird es nie geben, denn sowohl die örtlichen Verhältnisse als auch die Erreger verändern sich immer wieder“, sagte Frers.

Sinnvoll sei es dagegen, gesunde Bäume, die zwischen erkrankten stehen, dort zu belassen und nicht etwa vorsorglich zu fällen. „Möglicherweise sind diese Exemplare genetisch resistent gegen einen Erreger – dann können sie beispielsweise zur Saatgutgewinnung genutzt werden“, so Frers weiter.

Konkret empfahl die Expertin Kastanien, die von der Miniermotte befallen sind, von unten nach oben vom befallenen Laub zu befreien. Anders als beim Blattbräune-Pilz, der ebenfalls an Kastanien zu finden sei, fressen sich die Motten von unten nach oben durch den Baum.

Der Pilz dagegen befalle zuerst die Krone und dann die unteren Bereiche. „Von der Motte können sich die Pflanzen durchaus wieder erholen, der Baum stirbt daran im Regelfall nicht“, betonte Frers.

Als vorbeugende Maßnahme empfahl die Diplom-Ingenieurin die regelmäßige Kontrolle. „Pilze im unteren Stammbereich sind ein klares Warnsignal“, erklärte Frers. Verdächtige braune Stellen in der Rinde könnten herausgeschnitten und entsorgt werden. „Größere Schnittwunden sollten allerdings vermieden und Wildbiss verhindert werden“, gab sie den Zuhörern mit auf den Weg. Wunden in der Rinde machten das Eindringen von Bakterien und Viren und damit eine Krankheit oft erst möglich. „Schwächen Sie die Bäume auch nicht durch die Verwendung von Herbiziden am Fuß“, empfahl Frers weiter.

Für einige Bäume in Hasloh kommt die Hilfe allerdings zu spät: Entlang der Dorfstraße fielen zahlreiche Exemplare während des Sturms um, als wären es Streichhölzer.

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