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Die biblische Geschichte auf der Bühne : Modern und sehr musikalisch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Biblische Geschichte von Josef wurde in der Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums mit Kreativität auf die Bühne gebracht.

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Halstenbek | Josef, Superheld! Mit frenetischem Beifall wurde am vergangenen Freitagabend das Adonia-Musical „Josef“ in der vollbesetzten Aula des Wolfgang-Borchert- Gymnasiums, Bickbargen 111, gefeiert. 70 Jugendliche und Begleitband brachten das Musical – (Autor nach erstes Buch Mose, 37-50, Jonathan Hutter; Liedtexte: Markus Heusser, Larissa Leuschner, Musik: Markus Heusser, Thorsten Rheinschmidt) – mit viel Spielfreude dargeboten auf die Bühne. Die Nachwuchstalente kamen überwiegend aus Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein und Hamburg und zeigten viel schauspielerisches und gesangliches Können.

Josef, der Lieblingssohn von Jakob dem Träumer, dem Visionär. Ausgestoßen von seinen Brüdern, die allesamt auch die Gunst des Vaters gerne für sich hätten. „Jakob liebt Josef mehr als uns“ hieß es in einer gesungenen Textzeile. Es geht in diesem 90-minütigen Musical um Neid, Hass, Verzweiflung und das Ausgestoßensein aus einer Gruppe. Es geht aber auch um die Fähigkeit, in diesem Fall von Josef, wieder aufzustehen, zu erstarken und zu verzeihen. „Stopp, tut es nicht!“, fordern die Brüder sich in einer eindrucksvollen Szene gegenseitig auf, doch tun es doch in ihrem blanken Hass. Josef wird getreten, Josef soll sterben.

Nach der Beileidsbekundung dem Vater gegenüber, und während am vermeintlichen Grab Josefs die dunklen Kapuzen von den schamvoll gebeugten Köpfen der Brüder fallen, („Wo bist du mein Gott“), ist die Eindringlichkeit dieses Geschehens deutlich zu spüren. Doch Josef hat überlebt, wird verkauft, kommt als Sklave an den Hof des ägyptischen Pharaos, wird selbst Minister. Und kommt durch Schläue und durch seine Voraussagungen („Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre, und die sieben guten Ähren sind auch die sieben Jahre. Die sieben mageren und hässlichen Kühe, die nach jenen aufgestiegen sind, das sind sieben Jahre; und die sieben mageren und versengten Ähren sind sieben Jahre teure Zeit“) zu Ruhm und Ehre.

Am Schluss steht die Versöhnung mit den Brüdern, Josef hat ihnen vergeben. Auf einem Podest mit ihnen stehend, macht er ein Selfie von sich und den ehemaligen Peinigern, die seine Brüder sind. Die Vorlage für das Adonia-Musical hielt sich nah an die biblische Geschichte und wurde doch in ein gänzlich neues Gewand verpackt. Die Lied- und Dialogtexte wurden an die heutige Jugendsprache angepasst, da ging es auch schon mal deftig, aber auch mit Humor, zur Sache. Dass alle Mitwirkenden in die „Einheitskluft“ Jeans, Kapuzenshirt und Sneaker gewandet waren, unterstrich den zeitgemäßen Charakter der schwungvoll präsentierten Produktion.

Der Aufführung gingen drei sehr intensive Probentage in einem Musicalcamp voraus. „Die kurze Probenzeit ist nur möglich, weil sich Sänger und Musiker bereits zu Hause intensiv mit Notenvorlage und CD auf den Auftritt vorbereiten“, sagte Markus Heusser, Leiter von Adonia Deutschland in Karlsruhe.

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