Modellschule erhält 20 000 Euro

Die Tangstedter Lehrer Jonas Doll (von links), Nina Erdtmann und Maximilian Groß erhielten vom Ministerium die Auszeichnung zur Modellschule.
Die Tangstedter Lehrer Jonas Doll (von links), Nina Erdtmann und Maximilian Groß erhielten vom Ministerium die Auszeichnung zur Modellschule.

Tangstedter Bildungseinrichtung ist Vorreiter im digitalen Lernen / Weitere Ausstattung kann nun angeschafft werden

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13. Juli 2018, 16:00 Uhr

Seit einiger Zeit beschäftigt sich das Medienkompetenzteam der Tangstedter Grundschule mit einer Strategie zur Verwendung digitaler Medien im Schulunterricht. Das eingereichte Konzept hat nun dazu geführt, dass Tangstedt nicht nur Modellschule ist, sondern auch 20 000 Euro Investitionsmittel für die digitale Weiterentwicklung der Einrichtung erhält.

„Wir haben in unserem Konzept genau festgelegt, was in welcher Klassenstufe in welchem Fach wie gemacht wird“, sagt Nina Erdtmann, stellvertretende Schulleiterin.


Fortbildung in der Freizeit

Gemeinsam mit Jonas Doll, Maximilan Groß und Malina Monzel erarbeitete sie einen Plan, der schon in der 1. Klasse die Grundlagen für den Umgang mit einem Computer vermittelt.

Möglich ist die Umsetzung nur deshalb, weil schon 2011 Privatleute und Firmen PCs, Bildschirme und Zubehör für den ersten Computerraum spendeten und die Gemeinde der Raum durch eine IT-Firma einrichten ließ. Danach ging es Schlag auf Schlag: Das Kollegium erhielt im März 2012 die ersten Schulungen zur Nutzung des Interaktiven Whiteboards, das zwei Monate später mit Hilfe eines Spendenlaufs von den Eltern der Schüler finanziert wurde. Auch den Politikern der Gemeinde wurde während einer Sitzung in der Schule gezeigt, was mit dem modernen Gerät alles möglich ist.

„Wir mussten uns vieles selbst aneignen und haben es dann im Kollegium weitergegeben“, beschreibt Erdtmann die Anfänge. Meist würden sich die Kollegen in ihrer Freizeit weiterbilden, aber auch bei Schulentwicklungstagen sei das digitale Lernen schon Thema gewesen. „Die Resonanz ist sehr positiv trotz der ganz unterschiedlichen Kompetenzen. Es ist gut, sich auch einmal zu trauen, Fehler zu machen“, ist Erdtmann überzeugt.

Ein Jahr später folgte das zweite Interaktive Whiteboard, das teils vom Schulverein und teils von der Gemeinde Tangstedt finanziert wurde. Weitere Fortbildungen folgten ebenso wie die Anschaffung der dritten digitalen Tafel, die durch den Schulverein finanziert wurde und schließlich eines digitalen Flachbildschirms und 27 Tablet-Computern, für die wiederum die Gemeinde bezahlte.

Die Summe, die der Schule nun zur Verfügung gestellt wird, fließt nicht nur in neue Geräte, sondern vor allem in die Wlan-Infrastruktur und Zubehör wie Aufbewahrungsmöglichkeiten oder Hüllen für die Tablets. „Die 22 Rechner in den Klassenräumen müssen erneuert werden, denn sie entsprechen nicht mehr den Datenschutzanforderungen“, erläutert Erdtmann.

„Wir haben uns für das Konzept viele Gedanken gemacht, wie der Mehrwert der digitalen Geräte im Unterricht effizient gestaltet werden kann“, erläutert Doll. Selbstverständlich finde nach wie vor auch herkömmlicher Unterricht statt und habe einen wesentlichen Stellenwert. „Es geht um das Zusammenspiel der Qualifikationen“, erläutert Groß. Derzeit seien die neuen Fachanforderungen für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und Musik in der Erprobungsphase, ab dem Schuljahr 2019/20 sollen sie auch im Hinblick auf digitales Lernen verbindlich sein.


Szenen darstellen und erzählen

Zum Beispiel im Musikunterricht: „Man kann mit einer App Instrumente ausprobieren und so den Klang unterscheiden lernen“, erklärt Groß. Oder ein Cajon bauen und mit Hilfe eines Video-Tutorials lernen, darauf zu spielen. „Das ersetzt natürlich nicht den Instrumentalunterricht, aber es schafft musikalisches Bewusstsein und motiviert“, sagt Groß.

Erdtmann erläutert ein Beispiel, wie die drei Eckpunkte „Geschichten erzählen, schreiben und präsentieren“ im Unterricht aussehen könnten: „Die Schüler können mit Figuren Szenen darstellen, diese abfotografieren und am Whiteboard zeigen. Dazu wird dann die Geschichte zu den Szenen erzählt.“ Dabei gelte es, verschiedene Ideen und Möglichkeiten zu zu finden, zu erproben und zu prüfen. „Das darf nicht zur Spielerei werden, sondern muss von Fachkompetenz begleitet werden“, stellt sie klar.

Um sich mit anderen Lehrkräften auszutauschen, nimmt eine Tangstedter Delegation im September an den Schulmedientagen in Kiel teil. „Wir stellen dort unser Konzept den anderen Schulen vor. Anschließend dürfen andere Lehrer hier in Tangstedt im Unterricht hospitieren“, kündigt Erdtmann an. Darauf sind sie ziemlich stolz: „Dass wir als eine der kleinsten Schulen im Kreis Vorreiter sind, ist schon toll“, sagt Erdtmann.

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