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Nachwuchssorgen : Mitgliederzahl der Vereine sinkt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine aktuelle Studie zeigt: Nur 44 Prozent der Deutschen sind Mitglied in einem Verein.

von
erstellt am 11.Mai.2014 | 10:48 Uhr

Pinneberg | In Deutschland gibt es immer mehr Vereine, die allerdings immer weniger Mitglieder aufweisen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der in Hamburg ansässigen Stiftung für Zukunftsfragen. Danach hat sich die Zahl der Vereine seit 1970 auf etwa 600.000 verfünffacht. Im Gegenzug geben lediglich 44 Prozent der Bürger an, eine Vereinsmitgliedschaft zu besitzen. 1990 waren es noch 62 Prozent. „Mitglieder der Zukunft wollen sich weder verpflichten noch festlegen, sondern flexible Angebote nutzen, die ihnen zeitlich und inhaltlich zusagen und auch zwischenmenschlich passen“, sagt Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung.

Sönke-Peter Hansen, 1. Vorsitzender des Kreissportverbandes Pinneberg, teilt diese Einschätzung – auch wenn sich die Zahl der Sportvereine im Kreis im vergangenen Jahr nur leicht erhöht hat (von 185 auf 189) und die Zahl der Mitglieder im selben Zeitraum nur unwesentlich gesunken ist (von 81.909 auf 81.891). „Es stimmt aber, dass sich das Sportverhalten erheblich verändert hat in den letzten Jahren“, so Hansen. Die emotionale und faktische Bindung an einen Verein habe nachgelassen, dafür würden Angebote gezielter ausgewählt. „Reine Freizeitsportler gehen weit häufiger zum Sport als früher“, so Hansen. Auf die Kapazitäten wirke sich der leichte Mitgliederrückgang daher nicht aus.

Stabilität herrscht auch beim Kreiskulturverband, dem derzeit um die 90 Vereine angehören. „Auch die Zahl der Mitglieder ist im Grunde konstant. Ich wünsche mir nur mehr Menschen, die sich in unseren Vereinen tatsächlich aktiv engagieren“, sagt Verbandsvorstand Hanfried Kimstädt, der auch dem Verein „Tornescher Allerlei“ vorsteht.

Dass die Studie die Realität durchaus widerspiegelt, glaubt man beim Amtsgericht Pinneberg. Dort müssen sich Vereine, die Rechtsfähigkeit erreichen wollen, registrieren lassen. „Weil unser Registerbezirk größer ist, haben wir keine Zahlen nur für den Kreis Pinneberg. Wir merken aber, dass wir übers Jahr defintiv mehr Vereine eintragen als löschen“, heißt es aus der Pressestelle des Amtes.

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