Mit Talent und Leidenschaft

Hilda und Rolf Rodde thematisieren Begegnungen mit anderen, mit sich selbst und mit der Kunst in ihren Werken.
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Hilda und Rolf Rodde thematisieren Begegnungen mit anderen, mit sich selbst und mit der Kunst in ihren Werken.

Ellerbeker Ehepaar stellt Kunstwerke in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche aus / Thema sind Begegnungen

shz.de von
12. September 2018, 16:00 Uhr

Es geht um Begegnungen von Menschen mit anderen Menschen oder mit sich selbst, um ein Miteinander, ein Füreinander, genauso wie um Ausgrenzung, um Fremd- oder Anderssein. „Begegnungen“, so lautet das Thema der Ausstellung von Hilda und Rolf Rodde, die Pastorin Birgit Vocka am Sonntag nach ihrem Gottesdienst im Kirchraum der evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Ellerbek mit einer Vernissage eröffnete.

Vocka erzählte von ihrer ersten Begegnung mit dem Künstler-Ehepaar in deren Haus, in dem sie auch ein eigenes Atelier untergebracht haben. Der Pastorin fiel damals sofort die Vielfalt der Kunstwerke auf, von denen sie sich unmittelbar angesprochen fühlte, wie sie sagte. Im Gespräch kam heraus, dass Rolf Rodde schon einmal in den Räumen der Kirche ausgestellt hatte: 1979 im Keller im Rahmen eines Kurses der Volkshochschule (VHS) Bönningstedt.

Zur Eröffnung der aktuellen Ausstellung empfahl Vocka den Besuchern, zu denen auch Bürgermeister Günther Hildebrandt (FDP) und dessen Ehefrau Regine zählten: „Gucken Sie genau hin“. In der Ausstellung der beiden Autodidakten gibt es nicht nur Gemälde zu sehen, sondern auch verschiedene Plastiken und Skulpturen.

Vocka war nach eigener Aussage besonders beeindruckt von einer Gips-Plastik, die den Künstler selber zeigt. Rolf Rodde hat hierzu eine Abformung seines eigenen Kopfes angefertigt und diesem weitere Gips-Abdrücke seines Gesichtes, verschiedenfarbig angemalt, gegenübergestellt. Auch bei dieser Plastik geht es um Begegnungen mit anderen Menschen aus anderen Kulturen und verschiedenen Hautfarben, symbolisiert durch die bunten Masken. Gleichzeitig ist es eine Begegnung mit sich selbst, da der komplette Kopf Roddes seine eigenen Gesichter anschaut.

Um eine Begegnung geht es auch bei einer kleinen Figur aus Speckstein, die Roddes Frau Hilda gefertigt hat und die zwei Personen zeigt, die sich umarmen, wobei die eine die Trostspendende ist. Die kleine Figur lädt förmlich dazu ein, mit den Händen berührt zu werden, so rein, glänzend und glatt ist sie. Für eine ihrer vorherigen Ausstellungen hat die Künstlerin diese auch noch auf die Leinwand gebracht. Das reine Weiß der Skulptur auf einem warmen, braunen Holzstück stehend vor einem zartgrünen, hoffnungsvollen Hintergrund, worauf das Wort „Miteinander“ in einzelnen großen Lettern geschrieben steht.

Nicht nur im Gespräch mit den Künstlern, sondern auch aus ihren Werken heraus springt dem Betrachter eine große Leidenschaft für die Kunst entgegen. Die beiden Eheleute sind Laienkünstler. Während Hilda Rodde vor 40 Jahren aktiv geworden ist, war das Talent ihrem Mann bereits in die Wiege gelegt worden, denn sein Vater war Maler. Hilda Rodde war seit jeher an allem Handwerklichen interessiert, vom Weben am Spinnrad bis zum Töpfern, Bildhauern, Malen mit allen möglichen Materialen. „Ich habe alles probiert, wollte immer wissen, wie es geht und wie es sich anfühlt“, sagte die Künstlerin.

Um sich weiterzuentwickeln haben sie und ihr Mann zahlreiche Kurse besucht, sind quasi in die Schule gegangen bei vielen Künstlern wie dem Pinneberger Detlef Allenberg. „Wir sind in einem Alter, da müssen wir uns beschäftigen“, sagte Rolf Rodde. Beschäftigt, das sind die beiden wirklich. Und wenn ihnen einmal die eigenen Ideen ausgehen, dann bereiten sie eine Ausstellung des Kunstkreises Schenefeld vor, dem sie seit vielen Jahren angehören, und setzen ein vorgegebenes Thema künstlerisch um.

Lediglich mit dem Verkauf tun sich die beiden etwas schwer. „Es ist schwierig, wenn man ein Werk erstellt hat, dann hängt man einfach daran“, sagte Hilda Rodde. Die Ausstellung wird noch bis 30. September bestehen bleiben und kann während der Öffnungszeiten des Gemeindehauses dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie mittwochs von 16 bis 19 Uhr und zu den Gottesdiensten besucht werden.

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