zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 16:39 Uhr

Kampagne : Mit Postern gegen das Komasaufen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberger Schüler können sich noch bis zum 31. März für die Plakataktion „Bunt statt Blau“ bewerben.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 14:00 Uhr

Pinneberg | „Kunst gegen Komasaufen“ ist die Devise der von der Krankenversicherung DAK bundesweit organisierten Kampagne „Bunt statt Blau“. Für den Wettbewerb 2017 können sich Pinneberger Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren mit selbstgestalteten Aufklärungsplakaten zum Thema Alkoholmissbrauch bis zum 31. März bewerben.

Hintergrund der Kampagne ist die Tatsache, dass laut einer DAK-Studie aus dem Jahr 2015 bundesweit etwa 22.000 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gebracht wurden. Im Kreis Pinneberg wurden unter Jugendlichen bis 19 Jahre 48 Fälle registriert. In acht Fällen waren die Betroffenen sogar erst 14 Jahre oder jünger. Im Jahr 2014 waren es noch 63 Jugendliche mit Alkoholvergiftung gewesen, von denen zwölf unter 14 waren. Zwar sind die Zahlen in den vergangenen Jahren leicht rückläufig. Ein Grund zur Entwarnung sei dies aber keineswegs, mahnt Thomas Ehlert, Leiter des Servicezentrums der DAK in Pinneberg.

Engagieren sich für „Bunt statt Blau“ in der Region: Stefan Albrecht, Thomas Ehlert und Oliver Stolz (v. l.).
Engagieren sich für „Bunt statt Blau“ in der Region: Stefan Albrecht, Thomas Ehlert und Oliver Stolz (v. l.). Foto: Janina Schmidt
 

In der Kampagne sollen sich die Jugendlichen in einer regionalen Alkoholprävention ohne erhobenen Zeigefinger kreativ mit den Gefahren des Alkohols auseinandersetzen. Wirkung soll die Kampagne aber nicht nur für die Teilnehmer zeigen, sondern auch in den Köpfen jugendlicher Betrachter der Plakate: „Bei ‚Bunt statt blau‘ werden junge Künstler selbst zu glaubwürdigen Botschaftern gegen das Rauschtrinken“, erläutert Ehlert das Konzept.

Unterstützt wird die Kampagne von Gesundheitsministerin Kristin Ahlheit (SPD), auf regionaler Ebene sind Landrat Oliver Stolz (parteilos) und Stefan Albrecht von der Diakonie Suchtberatung Unterstützer. „Alkohol ist die Volksdroge Nummer eins,“ sagt Stolz, „nicht zuletzt wegen seiner sozialen Anerkennung und weil er leicht zugänglich ist.“ Insbesondere die Kontrolle über Verkauf oder Ausschank an Jugendliche müsse im Kreis weiter einen hohen Stellenwert haben. „Zur Suchtberatung kommen Jugendliche meist noch nicht“, erläutert Albrecht. „Sie kommen dann, wenn das Kind eigentlich schon in den Brunnen gefallen ist, so in den Dreißigern.“ Heimtückisch sei, dass sich die Sucht über einen sehr langen Zeitraum entwickle und die Gefahr damit oft unterschätzt werde. Der Konsum Jugendlicher sei besonders kritisch. Dabei gehe es nicht nur um das noch nicht ausgereifte Gehirn junger Menschen. Gerade in der Pubertät mag der Griff zur Flasche persönliche Konflikte und Unsicherheiten scheinbar erleichtern, obwohl gerade dann die Bewältigung dieser Konflikte erlernt werden müsse. Psychische Abhängigkeit sei die Folge. „Wenn Alkohol zu Bewältigung von Lebenssituationen instrumentalisiert wird, ist Gefahr im Verzug“, so Albrecht.

Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren können sich bis zum 31. März mit ihren Entwürfen bewerben. Je Teilnehmer wird ein Plakat bei der Prämierung berücksichtigt. Es können auch Teams oder Schulklassen mit Einzelbildern am Wettbewerb teilnehmen. Anschließend werden in den Bundesländern die Siegerplakate gekürt. Im Juni wählt eine Bundesjury, zu der auch die Drogenbeauftragte der Bundesreigierung, Marlene Mortler, gehört, den Bundessieger. Es gibt Geld- und Sachpreise. Seit 2010 haben bundesweit etwa 80.000 Schüler mit ihren Plakaten teilgenommen. Neu ist ein Sonderpreis in dem sozialen Netzwerk Instagram. Dort können Nutzer eigene Fotos präsentieren. Anmeldeunterlagen und Teilnahmebedingungen gibt es im Internet auf der Homepage der DAK.
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen