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Junior-Projekt aus Pinneberg : Mit Nachhaltigkeit zum Erfolg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Pinneberger Schülerfirma ReStick verkauft USB-Sticks in Weinkorken. Es gaht auch darum die Wirtschaft in der Praxis kennenlernen.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Ein Produkt, das nicht nur praktisch, sondern auch nachhaltig ist: Das war die Ursprungsidee eines Pinneberger Unternehmens. Dabei herausgekommen ist der ReStick, ein USB-Stick, der zum Teil aus recyceltem Material besteht. ReStick nennt sich auch das dazugehörige Unternehmen. „Wir wollten unbedingt etwas zum Thema Recycling machen, weil wir Nachhaltigkeit wichtig finden“, erklärt Lea Jung aus dem Vorstand die Geschäftsidee. Der Firmensitz des Unternehmens ist in Pinneberg, genauer: in der Johann-Comenius-Schule (JCS). Denn im Rahmen des bundesweiten Junior-Projekts lernen Schüler die Strukturen von Handel und Wirtschaft kennen.

Bei JUNIOR gründen Schüler der zwölften Klasse für die befristete Laufzeit von einem Schuljahr ein Unternehmen. Im Team sollen sie dabei die Abläufe und Herausforderungen innerhalb einer Firma lernen. Dazu teilen sie ihre Gruppe in die Bereiche Verwaltung, Produktion, Finanzen und Marketing sowie den Vorstand auf. Um ein Startkapital aufbauen zu können, verkaufen die Schüler Anteilsscheine zu je zehn Euro an Freunde und Verwandte. Diese  werden dadurch zu Anteilseignern. www.junior-programme.de

Das junge Unternehmen der JCS hat insgesamt neun Mitarbeiter. Die Hierarchien sind dabei flach und die Aufgaben gleichmäßig verteilt. Die neun Schülerinnen und Schüler verkaufen seit einem halben Jahr USB-Sticks in Weinkorken als praktische Schlüsselanhänger. Aber von vorn: Die Überlegungen der Pinneberger reichten von Baumstammtafeln bis hin zu Bastelideen, bis sie schließlich auf die korkigen Datenspeicher gekommen sind.

„Bekannte von uns betreiben ein Restaurant, welches uns für unser Vorhaben kistenweise Weinkorken zur Verfügung gestellt hat“, so Jung weiter. Der Vorrat wird ihnen so schnell also nicht ausgehen. Die Speichersticks kaufen sie vom deutschen Hersteller Intenso. Sie bieten Platz für acht Gigabyte Daten. Bewusst hätten sie sich für diese Größe entschieden, da sie in erster Linie junge Leute ihrer eigenen Schule ansprechen wollten. Für diese wäre eine größere Kapazität vermutlich zu teuer gewesen. Der Preis für einen fertigen ReStick liegt nun bei 8,50 Euro.

Damit hat das Schüler-Team ihr Ziel erreicht, unter zehn Euro zu bleiben. Ein Preis, den man sogar mit dem Taschengeld bezahlen kann. Die jungen Unternehmer legen zudem großen Wert auf die saisonal angepasste Verpackung. Zu Ostern wurden die Korken beispielsweise in einem bunten Nest verpackt, am Valentinstag wurden sie in einer Herz-Schachtel verkauft. Aufgrund dieser aufwendigen Verpackungen steigt der Verkaufspreis dann auf zehn Euro an.

Umsatz wurde bisher vor allem bei Schulverkäufen in den großen Pausen, auf der Lebensart Messe in Horst, auf dem Gründertag der Handelskammer in Hamburg und auf verschiedenen Weihnachtsmärkten wie beispielsweise auf dem Hof Wiedwisch in Kummerfeld gemacht. „Vor allem die Lebensart Messe war für uns ein großer Erfolg. Am gesamten Wochenende haben wir mehr als 150 Exemplare verkauft und konnten am Sonntagnachmittag nur noch mit Bestelllisten arbeiten, da wir keine USB-Sticks mehr übrig hatten“, berichtet Florian Irle, der die Finanzen des Unternehmens im Blick hat.

So sieht der ReStick aus.
So sieht der ReStick aus. Foto: Kortum

Momentan laufen Kooperationen mit den Weinhändlern Enoteca in Pöseldorf und He-la in Halstenbek an, welche den ReStick bereits in ihr Sortiment aufgenommen haben. Eine Marketingstrategie hat das Unternehmen auch. „Unsere eigene Facebook-Seite hat mittlerweile mehr als 100 Likes“, sagt Sophia Kaczmierczak, die für das Marketing zuständig ist und zückt auch schon eine Visitenkarte. Doch es gab am Anfang auch Probleme bei der Produktion der ReSticks. Das Durchschneiden der Korken ohne diese dabei zu zerstören, funktionierte weder mit einem Cuttermesser noch mit einer handelsüblichen Schere. Daher musste auf die große Stichsäge im Technik-Raum der JCS zurückgegriffen werden. Bei dieser Gelegenheit entdeckten die Schüler auch den Dremel, mit dem sie Löcher für die Schlüsselanhänger einbohren konnten.

Anfangs wollten sie ihr Logo mit einem Lötkolben auf die Weinkorken brennen. Doch das Ergebnis war nicht zufriedenstellend. Außerdem war die Marke des Weines dadurch nicht mehr zu erkennen. Doch genau darauf legen viele Kunden großen Wert. „Manche bringen uns sogar den Korken ihres Lieblingsweines mit und bitten uns dann darum, diesen für die Produktion zu verwenden“, berichtet Emily Gocks.

Ob sie das Unternehmen nach Ablauf des Schuljahres fortführen werden, wissen die Jugendlichen noch nicht genau. Zwar hätten alle Lust darauf, die Firma weiterzuführen und auch die Betreiber der Weihnachtsmärkte haben schon für 2016 eingeladen, allerdings rückt dann das Abitur immer näher. Darunter könnte die Produktion leiden, darüber sind sich die Jungunternehmer einig.

Ihren Anteilseignern, die sich mit jeweils zehn Euro beteiligt haben, möchten die Jugendlichen aber in jedem Fall ein positives Abschlussergebnis präsentieren, wenn sie die Arbeit im Sommer einstellen. Auch im Rahmen des Junior-Projekts sollen sie eine Bilanz ziehen. Die persönliche Bilanz der Schüler steht schon jetzt fest: Für sie ist der ReStick ein großer Erfolg.

Infos rund um die Firma gibt es bei Facebook unter facebook.com/restick.korken.usb.sticks und per E-Mail an restick@web.de.
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