Mit mehr Praxis zum Schulabschluss

Zum Unterricht in den Betrieb: Die CVS-Lehrkräfte Sabine Rabe (von links), Frank Schittko, Judith Riesewell, Dirk Ziegenhagen und Jochen Kähler präsentieren sich an von Schülern gearbeiteten Werksbänken. Vom „Vorhaben Praxisklasse“ sind sie überzeugt.
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Zum Unterricht in den Betrieb: Die CVS-Lehrkräfte Sabine Rabe (von links), Frank Schittko, Judith Riesewell, Dirk Ziegenhagen und Jochen Kähler präsentieren sich an von Schülern gearbeiteten Werksbänken. Vom „Vorhaben Praxisklasse“ sind sie überzeugt.

Caspar-Voght-Schule in Rellingen: Lern-Projekt für Jugendliche beginnt nach den Sommerferien / Es gibt noch freie Plätze

shz.de von
26. Juni 2014, 16:00 Uhr

Nach den Sommerferien geht es los. Dann starten an der Caspar-Voght-Schule (CVS) in Rellingen die ersten 16 bis 20 Schüler in Praxisklassen. Für das Projekt „Zum Unterricht in den Betrieb“ gibt es noch einige freie Plätze. Das Angebot richtet sich an Jugendliche mit gefährdetem Abschluss, deren Leistungspotential aber erwarten lässt, dass sie ihre schulische Ausbildung – bei stärkerem betrieblichem Praxisbezug – zu einem erfolgreichen Ende bringen. „Es sollen Schüler aufgenommen werden, die das Potential haben, sich aber als schulmüde erweisen“, erläutert Konrektor Dirk Ziegenhagen. Für solche Schüler sei es sinnvoll, sich mehr Motivation zu holen, indem sie ein Ziel vor Augen haben.

Auch die weiteren am Projekt beteiligten Lehrer sind von der Sinnhaftigkeit der Praxisklassen überzeugt. „Häufig fehlen den Schülern Einblicke in die Notwendigkeit schulischer Leistungen“, so der am Vorhaben beteiligte Englischlehrer Frank Schittko. Die Klassen seien hilfreich, um die Zusammenhänge zur realen Welt zu sehen und hieraus Motivation zu schöpfen. „Es ist wichtig, dass wir keine Schüler verlieren“, sagt Mathelehrerin Judith Riewesell. Es ginge um Schüler, die eine andere Methode finden müssten, um ihr Ziel zu erreichen. Die CVS ist einer von drei Standorten im Kreis, an dem das Projekt zu finden sein wird. Außer in Rellingen wird das Vorhaben am Schulzentrum Nord in Pinneberg sowie an der Comenius-Schule Quickborn (CSQ) angeboten. Insgesamt gibt es in Schleswig-Holstein zehn Schulen, die Praxisklassen anbieten.

Was ist eine Praxisklasse? Das vom Ministerium unterstützte Angebot richtet sich an Schüler des achten und neunten Jahrgangs. Kern des Projekts ist, dass die Schüler nur noch drei Tage die Woche in die Schule kommen. Die anderen zwei Tage sind sie im Betrieb – an „Praxis-Lernorten“.

Wieviel Farbe benötige ich, um einen Raum zu streichen? Die Schüler lernen den Betrieb kennen und können sich mit derartigen Fragen aus dem Betrieb laut Ziegenhagen direkt an ihre Mathelehrerin wenden und sie bitten, den Stoff beizubringen.

Übernommen haben die Kreis Pinneberger das Projekt von einer Regionalschule aus Berlin. Dort erzielt es bereits seit Jahren gute Erfolge mit schwierigen Schülern. Die Praxisklassen haben sich an der CSQ in Quickborn bereits bewährt. Die Lehrkräfte haben das Bildungsmodell bereits vier Jahre lang erprobt. Bis zu 80 Prozent der Schüler einer Klasse haben dort den Übergang direkt in die Ausbildung geschafft, ohne ihre Schulzeit zu verlängern.

Konrektor Frank Ziegenhagen ist froh, „derartig kompetente Lehrer für die Klassen gewonnen“ zu haben. Außer Schittko und Ziegenhagen sind auch noch Schulleiter Jochen Kähler, Sabine Rabe und Judith Riewesell als Lehrkräfte im Einsatz.

Rabe war bereits in den vergangenen Jahren an der CVS für Berufsorientierung zuständig und kennt viele Betriebe. Auch Riewesell hat nach ihrem Studium umfassende Erfahrungen bei der Agentur für Arbeit gesammelt. Lehrer Schittko kennt die Probleme von Auszubildenden bereits von seinem Berufsleben als Zimmermeister.




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