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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 16:22 Uhr

Tangstedt : Mit gutem Beispiel vorangehen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Asylbewerber erhalten zusätzlichen Deutschunterricht und Sportangebote.

von
erstellt am 18.Okt.2014 | 14:00 Uhr

Tangstedt | „Ich heiße Marga, wie heißt du?“, fragt Marga Ehlers und wirft einem ihrer Schützlinge einen Ball zu. Der antwortet prompt „Ich heiße Mattäus“, und strahlt, als Ehlers ihm aufmunternd zunickt.

Wir sitzen im Tangstedter Gemeindezentrum am Brummerackerweg. Sechs Flüchtlinge im Alter zwischen 17 und 30 Jahren aus dem afrikanischen Eritrea, die derzeit in Tangstedt wohnen, sind an diesem Nachmittag freiwillig hergekommen. Eine Bekannte von einem der jungen Männer, die in Pinneberg untergebracht ist, ist zu Gast und wird ebenso herzlich willkommen geheißen. Sie alle wollen Deutsch lernen. So schnell wie möglich.

Marga Ehlers, eine ehemaligen Förderschullehrerin, und Sabine Sommerfeldt unterrichten die Asylbewerber ehrenamtlich an zwei Nachmittagen in der Woche. „Die Mitarbeiter des Bauhofs haben schnell eine alte Tafel repariert, damit wir besser unterrichten können“, berichtet Sommerfeldt. Konzentriert üben die Afrikaner heute das Konjugieren von Verben. „Du sprichst“ erweist sich dabei als wahrer Zungenbrecher. Dann werden Arbeitsblätter verteilt, die Köpfe senken sich über die Hefte, Stille kehrt ein. „Wir üben sowohl das Sprechen als auch das Schreiben und jeder hat ein Arbeitsheft für die Hausaufgaben“, erklärt Ehlers. Sämtliche Utensilien seien gespendet worden. „Auch Trikots und Sportschuhe haben wir schon aus der Bevölkerung bekommen“, berichtet Sabine Hollinger, Vorsitzende des TSV Tangstedt. Alle Flüchtlinge. die in Tangstedt wohnen, seien inzwischen Vereinsmitglieder, die alle Sportangebote nutzen dürften.

Auch Kristian Brauer will die Asylbewerber mit seinem Engagement unterstützen. „Sie brauchen Hilfe bei der Integration, das geht am Besten über den persönlichen Kontakt“, sagt er. Beruflich sei er viel unterwegs gewesen und habe in vielen Ländern überwältigende Gastfreundschaft erlebt. „Da sieht man einiges mit anderen Augen“, sagt er. Dennoch sei er nicht unkritisch oder naiv. „Integration ist keine Einbahnstraße“, weiß Brauer.

Gemeindevertreterin Henriette Krohn (CDU) freut sich über das freiwillige Engagement der Tangstedter. „Ich wünsche mir, dass noch mehr Tangstedter ihre Ressentiments beiseite schieben und auf diese Menschen offen zugehen“, sagt sie. Ein nächster Schritt ist bereits in Planung: Ein Willkommensfest, das die Nachbarn der Unterkunft ausrichten.

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