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Helgoland : Mit großen Schritten in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Ausbau Helgolands zum Offshore-Zentrum nimmt Formen an, die Südkaje wird in Richtung Wasser erweitert. Doch auf dem Meeresboden schlummern zahlreiche unentdeckte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Die Zukunft hat auf der zum Kreis Pinneberg gehörenden Hochseeinsel Helgoland längst begonnen. Windräder auf hoher See, Servicegebäude der Windernergieunternehmen: Der Ausbau Helgolands zum Offshore-Zentrum schreitet mit großen Schritten voran. Nachdem vor einer Woche die beiden Unternehmen Wind MW und RWE Richtfest für die Betriebsstation der Windparks gefeiert haben, steht nun der Ausbau des Südhafens auf dem Programm. „Übernächste Woche fällt der Startschuss“, sagte Peter Singer, Geschäftsführer der Hafenprojektgesellschaft Helgoland (HGH), gestern im Gespräch mit dieser Zeitung.

Am Donnerstag, so Singer, gebe es ein sogenanntes Startgespräch mit den Unternehmen, die den Ausbau vorantreiben sollen. Die Aufgabe wird keine leichte sein. Denn laut Singer geht es nicht nur darum, die Südkaje in Richtung Wasser zu erweitern, damit dort künftig die Versorgungsschiffe der Windparkbetreiber anlegen können. „Wir rechnen auch mit zahlreichen Kampfmitteln auf dem Meeresboden", erläuterte Singer.

Die Befürchtung, dass auf dem Boden der Nordsee vor Helgoland noch zahlreiche unentdeckte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern, kommt nicht von ungefähr. Schon während des Ausbaus des Südhafens auf dem Roten Felsen, stießen die Bauarbeiter mehrfach auf die explosive Kriegshinterlassenschaft. Diese musste zunächst vom Kampfmittelräumdienst entschärft werden, bevor die Arbeiten fortgesetzt werden konnten. „Der Hafen wurde zwar schon einmal vom Wasser- und Schifffahrtsamt geräumt“, erläuterte Singer, „doch die Technik war damals unzureichend um alle Kampfmittel zu entdecken.“

Hummer aus Hafenbecken umgesiedelt

Hinweise, dass noch Bomben in der Nordsee liegen, hat Singer. Es gab eine Untersuchung des Meeresbodens aus der laut Singer „zahlreiche Störgeräusche“ hervorgegangen sind. „Allerdings lässt sich nicht sagen, ob es sich tatsäcklich um eine Bombe handelt oder um ein altes Fahrrad“, sagte Singer. Die bisherigen Funde ließen allerdings auf Kampfmittel schließen. Etwa 16 Monate sind für die Räumung und den Ausbau des Hafens veranschlagt. „Das hängt allerdings vom Wetter ab. Das ist auf Helgoland immer so“, berichtete Singer.

Bevor die Firma mit ihren Arbeiten beginnen kann, mussten einige Helgolandbewohner allerdings weichen. Mehrere Dutzend Hummer, die einst im Bereich des Südhafens ausgesetzt wurden und dort heimisch geworden sind, mussten in den vergangenen Wochen eingefangen werden. „Die mit Körben und Reusen gefangenen Hummer wurden kontrolliert und markiert in ein anderes Gebiet umgesiedelt“, erläuterte Singer. Die Fänge dauerten noch bis zum Baubeginn an, damit auch kein zurückgewanderter Hummer Opfer der Bagger wird.

Ende des Monats, so berichtete Singer weiter, werde die Erschließung des Südhafenareals abgeschlossen sein. Dieses Ereignis will die HGH gemeinsam mit den Gemeindevertretern Helgolands feiern. Den Politikern auf Deutschlands einziger Hochseeinsel steht dann eine weitere spannende Aufgabe bevor: Sie müssen für die derzeitigen Erschließungsstraßen, die der Gemeinde übergeben werden, Namen finden.

Hafenprojektgesellschaft

Um alle Maßnahmen des Hafeninfrastrukturprojektes zu bündeln, haben der Kreis Pinneberg und die Gemeinde Helgoland die Hafenprojektgesellschaft Helgoland (HGH) gegründet. Mehrheitsgesellschafter ist die Gemeinde Helgoland, die  74,9 Prozent der Anteile hält. Die WEP Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Pinneberg hält stellvertretend für den Kreis Pinneberg 25,1 Prozent  der Anteile. Die HGH ist nun auch im Internet vertreten. Ab sofort können sich Interessierte auf www.offshorehafen-helgoland.de über die Arbeit der HGH  und deren Projektpartner informieren. Neben aktuellen Meldungen zu den Arbeiten und allgemeinen Informationen zu dem Projekt sind auf der Seite auch fortlaufend Impressionen von den Arbeiten zu finden. Zudem gibt es auf der Internetseite Antworten auf häufig gestellte Fragen zu dem Projekt. Eine Übersicht über die Projektbeteiligten und Kontaktdaten runden das Angebot ab.

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