Mit Geldwäsche gegen den Klimawandel

Die Schüler und Lehrkräfte von vier Schulen des Kreises Pinneberg mit ihren Projekt-Schecks. Witt
Die Schüler und Lehrkräfte von vier Schulen des Kreises Pinneberg mit ihren Projekt-Schecks. Witt

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26. Januar 2013, 01:14 Uhr

Kreis Pinneberg | Als besonders pfiffig stellte sich die Idee der Schüler und Lehrer der Elmshorner Anne Frank-Gemeinschaftsschule heraus: Sie gründeten kurzerhand eine Firma namens "Tu was für die Umwelt", bei der man C02-belastetes Geld, das beispielsweise aus einem Autoverkauf stammt, "waschen" kann. Es kommt nämich "sauber" wieder zurück, weil es aus der Stromerzeugung über eine Solaranlage auf dem Dach des Gebäudes am Binsenweg stammt. Über die Kreditgabe zu Beträgen von 50 oder 100 Euro soll die Photovoltaik nach und nach angeschafft und vergrößert werden. Anschließend geht sie in den Besitz der Stadt über.

Aber bei der Firma (www.annefrankgemeinschaftsschule-schuelerfirma-tuwas.de), die von 18 Schülern des achten Jahrgangs geführt wird, können auch selbst gefertigte Futterhäuser, Nistkästen ("mit Katzen- und Marderschutz"), Fledermauskästen und Insektenhotels ("mit Gründach als Wetterschutz"; 40 Euro) gekauft werden. 250 Euro einmaligen Zuschuss spendierte jetzt der Kreis Pinneberg in Person von Helmuth Kruse, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Sicherheit und Ordnung, den Lehrkräften und Schülern der Anne Frank-Gemeinschaftsschule. Kruse: "Lebendige Klimaschutzprojekte an Schulen bilden wichtige Grundlagen für einen aktiven Klimaschutz im Kreis Pinneberg, die wir durch diese Initiative unterstützen wollen." Insgesamt 1000 Euro jährlich seien dafür eingeplant. "Das ist zwar ein kleiner Betrag, aber ein großer Beitrag, wenn man die vier tollen Projekte sieht, die auf die Beine gestellt worden sind", sagte Sönke Zankel, Kreisfachberater für Natur- und Umwelterziehung.

Wie beispielsweise die solarbetriebene Dörr-Anlage, die unter tatkräftiger Mithilfe eines Schüler-Vaters, ein Tischler-Meister, in der Johann-Comenius-Schule in Pinneberg entstehen wird. Klassenlehrerin Petra Burgmaier: "Wir haben auf dem Schulgelände eine Streuobstwiese, wo gar nicht alles abgeerntet werden kann. Wir nehmen also Energie aus der Natur für die Natur, um gesunde Snacks herzustellen. Denn Dörrobst ist nicht nur lecker, sondern auch sehr vitaminreich." Die Baupläne für die seltene Apparatur hat sich Burgmaier von einem Spezialisten aus der Schweiz, der sie entwickelt hat, über das Internet besorgt.

Aber auch in Moorrege an der Regionalschule An Himmelsbarg tut sich etwas. Dort wird ein Schulgarten entstehen. Und die Schüler der Erich Kästner-Grundschule in Rellingen werden Besuch vom Klimamobil bekommen und auf einer virtuellen Reise ins Weltall abheben, um zu sehen, wie sich Klima- und Meeresströme verhalten.

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