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Aktion in Pinneberg : Mit Büchern auf Flüchtlinge zugehen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Stadtbücherei übergibt zwei Medienboxen an den Diakonieverein Migration.

von
erstellt am 15.Dez.2015 | 00:38 Uhr

Pinneberg | Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Um sie zu erlernen, braucht es Medien. Und die gibt es in Hülle und Fülle in den beiden Kisten, die Ludger Fischer, Geschäftsführer des Diakonievereins Migration, von Bettina Göttsche von der Stadtbücherei im Café Pino überreicht bekommen hat. In den Räumen des Cafés an der Bahnhofstraße werden zweimal in der Woche Deutschkurse für Flüchtlinge abgehalten. Wegen des großen Andrangs sollen zwei weitere Kurse hinzukommen. Knapp 500 Asylsuchende leben derzeit in der Kreisstadt. Um so mehr freut sich Fischer über die Materialien in der Medienkiste.

In den beiden roten Kisten befinden sich Gesellschaftsspiele wie Memory und Backgammon, Bilderbücher und Lexika in verschiedenen Sprachen wie Arabisch oder Persisch. Aber auch Grammatik-Kursusbücher für Araber sowie Wörterbücher Deutsch/Arabisch sind in der Medienbox enthalten.

„Die Bücher und Spiele sollen der ersten Orientierung in der neuen Umgebung und in der deutschen Sprache dienen“, erklärt Fischer. Diese Medien richteten sich zwar mehr an Kinder, können aber auch von Erwachsenen und Jugendlichen verwendet werden. Denn Spiele und Bücher sind interaktiv und das Lernen macht Spaß. Auch ein kleiner Globus ist dabei, der dazugehörige „sprechende“ Stift verrät jede Menge Infos und Daten über das jeweilige Land.

Entwickelt wurden die sogenannten Medienboxen von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat des Landes. Zusammengestellt sind darin Informationen über Schleswig-Holstein sowie Bilder- und Wörterbücher zum Deutschlernen für die Ausgangssprachen Arabisch und Persisch. 78 dieser Boxen sind in 63 Büchereien und deren Außenstellen im Laufe des Jahres verteilt worden.

Gedacht sind die Medienkisten als Leihgaben für ehrenamtliche Helfer, um sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Kosten von 110.000 Euro sichern Schleswig-Holsteins Sparkassen. In Pinneberg ist das die Kreissparkasse Südholstein. „Da die Schwelle, eine Bücherei zu betreten, hoch ist, kommen die Medien dorthin, wo die Flüchtlinge sind“, fasst es Göttsche zusammen. „Die Sprache ist ein Bestandteil der Integration, wenn nicht gar der wichtigste“, sagt Andy Schmidt, Filialleiter der Sparkasse Südholstein.

Die Kisten kommen zur rechten Zeit: „Letzte Woche sind verstärkt Familien mit Kindern in den Kreis gekommen“, berichtet Fischer. 80    Ehrenamtliche kümmern sich derzeit um die Flüchtlinge in Pinneberg. Das Verhältnis bei den Sprachkursen ist in der Regel eins zu eins: Auf einen Ehrenamtler kommt ein Flüchtling. Das sei sehr wirksam. Fischer: „Die Flüchtlinge sind hochmotiviert. Sie wollen als Erstes wissen: Wie komme ich in diese Kurse?“

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