zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

17. August 2017 | 21:49 Uhr

Mit Bravour in die Sommerpause

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jazz-im-Foyer „Gretchens Pudel“ entstaubt altes Liedgut / Zuschauer kommen eigens aus Berlin angereist

Selbst die Zugaben wurden zu einer amüsanten Show-Einlage. Der Schlussapplaus zeigte dann auch: „Gretchens Pudel“ hatte der diesjährigen „Jazz-im-Foyer“-Serie einen furiosen Abschluss beschert.

Am Anfang waren die meisten Zuhörer einfach nur neugierig: Altes deutsches Liedgut entstauben – was meinen die damit? Denn nur wenige hatten die Band aus dem pfälzischen Landau schon einmal gehört, obwohl sie im vorigen Jahr beim „SummerJazz“ dabei war.

Am Ende gab es Lob von allen Seiten. Michael Hammerschmidt bewunderte das „interessante Konzept“. „Witz haben sie“, attestierte Dieter Schirrer der Gruppe. Foyer-Stammgäste Klaus und Sigrid Bröhan freuten sich, „das war mal was ganz anderes“. „Ganz putzig“ urteilte Gisela Schiffmann. Sie rückte den Überraschungseffekt der Pudel-Liederversionen in die Nähe ihres Hamburger Staatsoper-Erlebnisses, wo der Italo-Western „La Fanciulla del West“ ihr Bild von Giacomo Puccini ins Wanken gebracht hatte.

Zimperlich ging Sänger Ralf Eßwein jedenfalls nicht um mit den vertrauten Weisen aus Kita-Zeiten und von Grundschul-Wandertagen. „Kein schöner Land“ zum Beispiel. „Es ist so nett hier“, fügte er ein. Und selbst das Hamburger-Imperium kam zu Wort: „Wir lieben es“, während anderswo Not und Krieg herrschen. Das ganze untermalt von ohrenbetäubenden Dissonanzen der Instrumente. Danach entstaubte, nein, entlarvte Eßwein „eines der bedeutendsten Stücke der deutschen Literatur weltweit“, wie er es ankündigte, als Lied der Angepassten, die den Mund nicht aufmachen, wenn es sich nicht schickt, „Die Gedanken sind frei“. Im stillen Kämmerlein, wo es keiner merkt. Weiter kann man sich kaum vom fröhlichen Trällern im Wald und auf der Heide entfernen.

Die nächste Überraschung war die Musik. Das war manchmal wirklich echter Jazz – ein Hörgenuss. Nicht nur Pinneberger Besucher ließen sich davon begeistern. Charline Schoen und Jasmin Michaelis waren extra von Berlin angereist, um die Pudel zu erleben. Dafür durften die Frauen auch auf die Bühne und eine Weile mitsingen und tanzen.


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen