Anstoss – Die HSV-Kolumne : Mit Anstand in die zweite Liga

HSV-Kolumnist Lars Zimmermann.

HSV-Kolumnist Lars Zimmermann.

Der HSV unterliegt Hertha BSC im Volksparkstadion mit 1:2. Unser Autor Lars Zimmermann bewertet das Spiel.

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18. Februar 2018, 10:00 Uhr

Das war der Gnadenstoß. Bei einem Sieg über Hertha BSC und dann nur noch vier Punkten Rückstand auf Platz 16 wäre angesichts der Mainzer Schwäche vielleicht noch der Sprung auf den Relegationsrang möglich gewesen. Die erneute Pleite dürfte den Abstieg aber besiegelt haben. Die Hamburger bräuchten aus den verbleibenden sieben Spielen mindestens vier Siege, um sich noch irgendwie zu retten. Genauso viele Erfolge haben sie bisher in 27 Partien eingefahren. Dass die Hamburger innerhalb weniger Wochen die Anzahl ihrer Siege verdoppeln, ist unrealistisch. Dafür fehlt die Qualität. Das wurde gestern durch den Auftritt in der zweiten Hälfte bestätigt.

Trotz allem war die Partie ein Schritt nach vorne. Im Gegensatz zu vielen Auftritten in den vergangenen Wochen ließ sich der Dino wenigstens nicht ohne Gegenwehr abschlachten. In der ersten Halbzeit spielten die Hamburger sogar richtig guten Fußball und hätten höher als 1:0 führen können. Danach ging leider gar nichts mehr. Dennoch hat der neue Trainer Christian Titz viele richtige Entscheidungen getroffen und dafür gesorgt, dass die Hamburger sich nicht blamierten. Wer ehrlich ist, muss zugeben, dass mehr in dieser Saison wohl nicht zu erwarten ist. Es geht nur noch darum, sich mit Anstand und Würde aus der ersten Liga zu verabschieden. Die Hoffnung, dass das gelingt, ist gestern größer geworden. Das Spiel hatte auch einen Hamburger Gewinner. Torhüter Julian Pollersbeck lieferte eine tadellose Leistung ab und verhinderte weitere Gegentore. Sein Auftritt bewies, dass sein Potenzial wesentlich größer ist als das von seinem Konkurrenten Christian Mathenia, der bisher meistens spielen durfte. Die Partie gegen Berlin zeigte, dass die bisherigen HSV-Trainer Markus Gisdol und Bernd Hollerbach offensichtlich auf den falschen Keeper gesetzt haben.

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