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Pinneberger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 23:30 Uhr

Pinneberg : Missbrauch rechtzeitig verhindern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Verein „Wendepunkt“ möchte auch in Pinneberg Schulungen zur Prävention von sexueller Gewalt anbieten. Doch dafür wird ein Zuschuss der Stadt benötigt.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2013 | 15:50 Uhr

In Elmshorn ist der Verein „Wendepunkt“ schon seit zehn Jahren mit flächendeckenden Projekten zur Prävention von Gewalt und sexuellem Mißbrauch tätig. Gern würde Geschäftsführerin Ingrid Kohlschmitt das Angebot auch auf die Stadt Pinneberg ausweiten. Doch dafür bedarf es der finanziellen Unterstützung der Stadt. „Wir bekommen viele Anfragen von Kindergärten oder Schulen, ob wir bei ihnen Vorträge halten“, erklärte Kohlschmitt bei einem Arbeitsgespräch im Sozialausschuss. Bisher müssten die Einrichtungen die Kosten aber komplett selbst tragen. „Da müssen die meisten dann passen“, so die Geschäftsführerin des Vereins. 5000 Euro im Jahr soll die Stadt Pinneberg zuschießen und so ermöglichen, dass der Verein auch präventiv in Pinneberg tätig werden kann. Bisher arbeitet der „Wendepunkt“ in der Kreisstadt nur in der Betreuung von Opfern sexueller Gewalt, wird im Auftrag des Jugendamts tätig.

Mit der Unterstützung der Stadt möchte der Verein in Zukunft Informationsveranstaltungen und Trainings für Eltern, Pädagogen und Kinder anbieten. Erwachsene sollen beraten werden, wie sich Missbrauchsfälle frühzeitig erkennen lassen und wie bei einem Verdacht vorgegangen werden soll. Die Kinder werden während der Trainings darin bestärkt ihre eigenen Grenzen zu ziehen und über Hilfs- und Beratungsangebote informiert. „Kinder sind meist sehr viel lockerer, wenn sie nicht mit ihren Lehrern über Sexualität sprechen müssen, sondern jemand von außerhalb anwesend ist“, so Kohlschmitt. Etwa 200 bis 500 Euro kosten Elternabende und Unterrichtsprojekte. In vielen Städten im Kreis zahlen die Einrichtungen nur 15 Prozent der Kosten, den Rest übernimmt die Kommune. Nach dem Arbeitsgespräch im Sozialausschuss wollen die Parteien nun über eine Unterstützung durch die Stadt Pinneberg beraten. Die Entscheidung über die Bereitstellung der Mittel fällt voraussichtlich am 22. Oktober im Ausschuss für Kultur, Sport und Jugend. Schulamtsleiterin Traudchen Perrefort betont, dass die Stadt Pinneberg die Arbeit des „Wendepunkts“ sehr schätze. „Allerdings müssten die 5000 Euro aufgrund der Verpflichtungen des Rettungsschirms an anderer Stelle eingespart werden.“ Kohlschmitt betonte,dass Entscheidung keine Auswirkung auf die Betreuung von Opfern durch den „Wendepunkt“ habe.

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