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„Mensch des Jahres 2014“ : Mireille-Christin Rehmann: Die Initiatorin des MS-Laufs in Ellerhoop ist nominiert

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die ehemalige Ellerhooperin Mireille-Christin Rehmann organisierte einen Spendenlauf zur Unterstützung MS-Kranker.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 09:30 Uhr

Ellerhoop | In diesem Frühjahr haben der MTV Ellerhoop und die Freiwillige Feuerwehr Ellerhoop den ersten MS-Lauf in der Gemeinde veranstaltet. Initiatorin und treibende Kraft hinter dem Projekt war Mireille-Christin Rehmann. Die junge Frau ist selbst an Multipler Sklerose (MS) erkrankt. Mit dem MS-Lauf wollte sie Spenden für Betroffene sammeln. Die Aktion wurde ein großer Erfolg. Insgesamt 200 Läufer gingen an den Start. 4500 Euro Spenden kamen zusammen. Deswegen ist Mireille-Christin Rehman Kandidatin für die Wahl zum „Mensch des Jahres“.

Im Februar 2013 bekam Rehmann die Diagnose: Sie leidet an Multipler Sklerose. „Ich wusste wenig darüber, hatte das vor allem mit Muskelschwund in Verbindung gebracht“, sagt Rehmann heute. „Ich habe zuerst gedacht: ‚Oh Gott, daran stirbst du.‘“ Angefangen hatte alles mit dem andauernden Gefühl von Muskelkater. Später kamen Taubheit und Lähmung des linken Arms hinzu. „Ich bin Linkshänderin, konnte plötzlich nicht mehr schreiben“. Es folgten Untersuchungen beim Hausarzt und in der Neurologie eines Krankenhauses. „Aber ich hatte tolle Ärzte. Sie haben mir klargemacht, dass die Diagnose nicht das Ende ist, dass ich Kinder bekommen kann, dass das Leben weitergeht.“ Die Diagnose sei für ihre Familie wohl schwerer zu verkraften gewesen als für sie selbst.

Wie die Krankheit verläuft, könne kaum jemand sagen. Die Symptome kommen in Schüben. Manche Menschen mit MS sitzen im Rollstuhl. Anderen wie Rehmann sieht man MS zunächst nicht an. Die junge Frau klingt optimistisch. „Mein Mann und meine Familie stehen mir zur Seite. Ich lebe mein Leben“, sagt sie. Ihr Ziel: Das Thema MS aus seiner dunklen Nische zerren, es entkrampfen.

Lauf in Rendsburg als Vorbild

Auf einem Infoblatt hat sie im vergangenen Jahr Werbung für einen ähnlichen Lauf in Rendsburg gesehen. „Das fand ich gut. Ich habe einfach meinen Mann dort angemeldet. Und der hat mitgezogen“, sagt Rehmann und lacht. „Von der Stimmung dort war ich total begeistert und habe überlegt: Wo könnte man so etwas auch auf die Beine stellen?“ Sie gewinnt den MTV und die Freiwillige Feuerwehr als Veranstalter. Die beiden Institutionen haben viele Helfer in ihren Reihen, kennen sich in Rechts- und Sicherheitsfragen aus.

Rehmann beginnt, Sponsoren und ein Unternehmen für die professionelle Zeitmessung zu suchen. „Das Projekt wurde Stück für Stück immer größer“, erinnert sie sich. Eine Tombola kommt dazu. Die Sponsoren stiften viele Preise. Rehmann entwirft Flugblätter und eine Internetseite. Die Resonanz beim Lauf überwältigt sie. „Alles war voller Leute. Und alle waren so positiv gestimmt. Der Lauf war ein Traum, den werde ich nicht vergessen“, sagt Rehmann, die inzwischen in Kleinwaabs (Kreis Rendsburg Eckernförde) wohnt.

Doch einen Wermutstropfen gibt es: „Ich hätte gerne einen zweiten Lauf in Ellerhoop organisiert. Aber die beiden Veranstalter wollten nicht noch einmal mitmachen. Für so ein Projekt braucht man aber starke Partner.“ Trotzdem überwiegen für sie die positiven Erinnerungen: „Das war mir eine Herzensangelegenheit.“

Die Krankheit: Entzündungen im Nervensystem

Während des ersten MS-Laufs in Ellerhoop haben die Sportler eine 6,5 Kilometer lange Strecke zurückgelegt. Außerdem gab es einen Wettbewerb für Kinder und für Nordic Walker. Insgesamt kamen 4500 Euro aus Startgeld, Spenden und Tombola-Erlösen zusammen, die an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Schleswig-Holstein gingen. Initiatorin Mireille Rehmann ging es aber auch darum, Multiple Sklerose (MS) bekannter zu machen.

Über MS scheinen viele Vorurteile zu kursieren. Denn die DMSG beginnt ihre Erläuterungen zum Thema mit einer Liste dessen, was MS alles nicht ist: nicht ansteckend, nicht tödlich, nicht erblich, kein Muskelschwund, keine psychische Erkrankung. Außerdem sitzen nicht alle MS-Kranken zwangsläufig im Rollstuhl.

Mireille-Christin Rehmann überreicht mit MTV-Vertretern und der Feuerwehr den Spendenscheck an Andreas Heitmann (DMSG).
Mireille-Christin Rehmann überreicht mit MTV-Vertretern und der Feuerwehr den Spendenscheck an Andreas Heitmann (DMSG).
 

Multiples Sklerose ist eine  entzündliche Erkrankung  des Nervensystems. Sie kann zu Symptomen wie Kribbeln und Taubheit in den Gliedmaßen sowie Sehstörungen führen. Betroffene stolpern etwa häufig, weil ihre Motorik eingeschränkt ist.

Die Symptome kommen in Schüben. Betroffene können auch monatelang ohne Beschwerden leben. Der Verlauf einer MS ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Manche sprechen auch von der „Krankheit mit den 1000 Gesichtern“. Laut DMSG verläuft MS oft gutartig, die Symptome bilden sich nach einem Schub vollständig zurück. In einzelnen Fällen (unter fünf Prozent) führt die Krankheit zu schwerer Behinderung.

Und so können Sie mit abstimmen

 

Wer von ihnen der „Mensch des Jahres 2014“ im Kreis Pinneberg wird, liegt nun in Ihrer Hand. Sie können sich auf drei Weisen an der Aktion  beteiligen: Schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff „Mensch des Jahres 2014“ an service@a-beig.de. Alternativ können Sie für Ihren „Mensch des Jahres“ auch bis einschließlich 23. November anrufen (für 14 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, aus dem Mobilfunknetz kostet es mehr). Oder Sie senden eine SMS mit dem Inhalt „shz beig“ und der zweistelligen Kandidatennummer an die 42020 (Kosten sind tarifabhängig). Wir stellen Ihnen alle Nominierten im der nächsten Woche auch noch einmal ausführlich vor.

  • Montag, 20. Oktober Rolf-Oliver Hertling (01375-80401237-01)
  • Dienstag, 21. Oktober Gisela Maier (01375-80401237-02)
  • Mittwoch, 22. Oktober Willy Matzen (01375-80401237-03)
  • Donnerstag, 23. Oktober Helmut Fricke (01375-80401237-04)
  • Freitag, 24. Oktober Mireille-Christin Rehmann (01375-80401237-05)
  • Sonnabend, 25. Oktober Nicole Jung (01375-80401237-06)
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