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Festakt für den „ewigen Bürgermeister“ : Ministerpräsident Torsten Albig zu Gast im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Udo Tesch (SPD) legt sein Amt nach 50 Jahren nieder. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) lobt herausragendes Engagement.

Heidgraben | Als Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sich gestern zu Heidgrabens Bürgermeister Udo Tesch (SPD) herunterbeugte, um ihm die Urkunde des Landes Schleswig-Holstein zu überreichen, wirkte es wie eine Verbeugung vor dessen Lebenswerk. Dann spendete Albig wie die mehr als 100 Ehrengäste aus Politik und Verwaltung Applaus für den 83-Jährigen, der seit 50 Jahren die Geschicke der Gemeinde als Bürgermeister führt und sein Amt am 30. April niederlegt.

„Menschen wie Du, lieber Udo, sind die Maurermeister unserer Gesellschaft. Du hast geholfen, ein Gebäude zu errichten, das wir, wenn es gut läuft, Gemeinschaft nennen“, sagte Albig in seinem Grußwort. Tesch habe im Alter von 33 Jahren die Entscheidung getroffen, nicht abzuwarten, sondern selbst voranzugehen. „Ob er wusste, dass er elf Mal wiedergewählt wird, wissen wir nicht“, sagte Albig.

1966 kandidierte Tesch als SPD-Spitzenkandidat im damals 1000 Einwohner zählenden Heidgraben. Sein Erfolg galt als Überraschung, denn Tesch war in Hinterpommern geboren und kein Einheimischer und viele trauten die Führung des Dorfs eher einem Bauern als einem Beamten zu. „Sie haben es verstanden, weit über die grenzen der Partei zu wirken“, lobte Albig den mit Otto Steffen (SPD) aus der Gemeinde Wendtorf im Kreis Plön dienstältesten Bürgermeister des Landes: „Ich weiß nicht, ob es mir erlaubt ist, das zu sagen, aber beides sind Sozialdemokraten. 18.262 Tage habe Tesch die Geschicke der Gemeinde geleitet, die bis heute auf 2600 Einwohner anwuchs. „Als Du begannst, dachte man nach, ob Heidgraben eine Zukunft als Schlafdorf für Hamburg hat. Du hast dir eine neue Geschichte ausgedacht und es gut gemacht“, lobte der Ministerpräsident und sagte abschließend: „Du, lieber Udo, bist der ewige Bürgermeister dieser Gemeinde. Du wirst sie auch in 50 und noch mal 50 Jahren weiterhin prägen.“

„50 Jahre sind ein Beweis für eine große Beliebtheit, aber auch von Zufriedenheit in der Bevölkerung“, sagte Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD), stellvertretender Bürgermeister in Heidgraben. Er attestierte Tesch vieles richtig gemacht zu haben und dabei habe er sich auch gegen Widerstände innerhalb der Gemeinde und von außerhalb durchgesetzt. Dabei sei er stets durch seine ruhige und besonnene Art positiv aufgefallen. „Nur manche Paragrafenreiter haben die ganz schön auf die Palme gebracht.

Eine Rose überreichte jedes Mitglied der Heidgrabener Liedertafel zum Abschied von Udo Tesch.
Eine Rose überreichte jedes Mitglied der Heidgrabener Liedertafel zum Abschied von Udo Tesch. Foto: Fröhlig
 

Eigens für diese hattest Du ein Schimpfwort parat, das ich an dieser Stelle aber nicht nennen werde“, plauderte Jürgensen aus dem Nähkästchen. Tesch habe in seiner Amtszeit auf Wunsch auch Ehen geschlossen: „Und manchmal warst Du sogar der Ehestifter.“ Niemand habe den Ort so geprägt wie Tesch. „Die Gemeinde wird immer mit dir verbunden bleiben“, sagte Jürgensen.Lob gab es auch von Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU): „Kommunen leben von der Teilhabe von Menschen wie Ihnen. Heidgraben wurde stark, durch das, was Sie geleistet haben.“

Einen Wunsch hatte der Jubilar zu seiner Feierstunde geäußert, die ihm die Gemeinde gern erfüllte. Seine Enkelin Antonia Becker spielte ein Klaviersolo und Tesch strahlte in diesem Moment mehr als bei den zahlreichen Geschenken und Dankesworten und wippte mit dem Kopf im Takt der Musik mit.

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