zur Navigation springen
Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:45 Uhr

Millionen-Zuschüsse für den Rosengarten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Denkmalschutz Pläne vorgestellt / Kritik: Ehrenamtliche nicht mit einbezogen

Während der jüngsten Sitzung des Kleingartenausschusses sorgten Windsor-Bänke, Pflanzen und der Tennisplatz im Rosengarten für heftige Debatten. Denn auf der Tagesordnung stand das Thema Denkmalschutz rund um den Rosengarten. Der Park gilt bereits seit sieben Jahren als zu schützendes Gartendenkmal. Die freie Landschaftsarchitektin Gudrun Lang und Dr. Margita Meyer (Foto) vom Landesamt für Denkmalpflege stellten im Ausschuss ihre Pläne für den Rosengarten vor. „Wir bekommen Millionen“, versicherte Meyer vom Denkmalamt, wenn die Anträge entsprechend den Plänen der Experten gestellt würden.

Doch bereits in der Einwohnerfragestunde brachten Mitglieder vom Freundeskreis Rosengarten Pinneberg – wie der Vorsitzende Joachim-Ulrich Haß – ihre Enttäuschung zum Ausdruck. Denn der Freundeskreis wurde bei den Planungen der Denkmalschutz-Experten nicht miteinbezogen. „Die Arbeit der Ehrenamtlichen wird nicht anerkannt“, sagte Klaus-Jürgen Strobel. Weitere Mitglieder wie Bärbel Heise pflichteten ihm bei. „Wir haben im Rosengarten Bänke für 100  000 Euro aufgestellt. Erhaltenswert sind nun aber nur die Waschbeton-Bänke aus den 1970er Jahren. Das ist krank“, sagte Heise.

Auch von Seiten der Ausschussmitglieder kam Kritik. „Sie hätten den Freundeskreis unterrichten können. Das wäre für ein weiteres Vorgehen beschleunigend gewesen“, sagte Manfred Stache (Grüne & Unabhängige).

Die Denkmalschutz-Experten stellten ihre Pläne während der Sitzung ausführlich vor. Die vom Freundeskreis aufgestellten Bänke kritisierte Landschaftsarchitektin Lang: „Die vorhandene, neu ergänzte Ausstattung aus Tropenholz, Typ Windsor, ist zu entfernen.“ Lang begründete dies damit, dass es sich bei den schmucken Bänken nicht um „korrekte“ Nachbildungen handele.

Die Expertinnen referierten auch über die Rosengarten-Anlagen von Gustav Strobel, Klaus Groth sowie Carl Bradfisch. Sie ordneten den Bestand historischen Entwicklungsphasen zu. Es sei unter anderem vorgesehen, Schmuckbeete wiederherzustellen, Ein- und Übergänge zum Fahlt aufzuwerten und die Brunnenanlage zu erhalten. Voraussetzung für alle Planungen sei es, das Drainage-und Bewässerungssystem kurzfristig wieder herzustellen. „Das ist sehr problematisch. Es ist nicht bekannt, wo die Leitungen überhaupt sind", sagte Haß.

„Der Tennisplatz ist der größte Fremdkörper“, kritisierte ein Ausschussmitglied. Doch dies ließen die Experten nicht gelten. Der Platz sei schon in den 1990er Jahren bei Bradfischs Plänen vorgesehen gewesen.

Mit weiteren von den Experten vorgeschlagenen Änderungs- und Instandhaltungsvorgaben wollen sich Politik und Verwaltung, aber auch die Ehrenamtlichen, auseinandersetzen. „Beim nächsten Mal müssen wir einen Entschluss fassen“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos). Die Mitglieder sollten dafür sorgen, den „Rosengarten als gemeinsames Kleinod“ für alle zu gestalten. In der nächsten Sitzung am Mittwoch, 29. November, wird weiter über das Thema beraten.


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen