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Sprache als Schlüssel zur Integration : Migranten in Pinneberg schließen Deutschkursus an der VHS ab

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Für die Zugezogenen steigt damit die Hoffnung auf bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Pinneberg | 21 Frauen und Männer haben es geschafft: Nach sechs Monaten haben sie ihren berufsbezogenen Deutschkursus mit Zertifikat abgeschlossen. Sie können nun in Ausbildung oder Beruf starten. Im Laufe des vergangenen halben Jahres haben die Teilnehmer nicht nur die deutsche Sprache gelernt. Auch haben sie ein vierwöchiges Betriebspraktikum absolviert. Fast alle haben nun einen Ausbildungsplatz oder eine Festanstellung in Aussicht.

Angel Asenov (26) erzählt, er habe viel Spaß während dieser Zeit gehabt. „Ich war in einer Metallbaufirma. Da durfte ich vieles machen und ausprobieren.“ Der Betrieb bot ihm nach Ablauf des Praktikums einen Ausbildungsplatz an. Allerdings wisse er noch nicht, ob er diesen auch annehmen werde. Die gebürtige Polin Agnieszka Akanho (33) hat Französisch studiert. Sie erhielt einen beruflichen Einblick in die Grundschule in Waldenau. Dort übernahm sie die Aufgaben einer Kinderbetreuerin. Ihr wurde nun ein Minijob angeboten. „Ich finde die Arbeit an einer Schule sehr schön.“

Jolanta Kocur (42) kommt auch aus Polen. Dort hat sie Architektur studiert und als Dekorateurin gearbeitet. Sie absolvierte ihr Praktikum in einem Hotel. Dort hat sie nun Arbeit als Innenarchitektin gefunden. Mohammad Abdulhakim (25) bewarb sich bei einer Software-Firma. Auch er hat eine Ausbildungsstelle angeboten bekommen. Die Arbeit während des Praktikums habe ihm gefallen. „Ich durfte Tests machen und selbst Software entwickeln. Das war sehr aufregend.“ Den Vertrag habe er bereits unterschrieben. „Ich habe ihn Frau Wenn gezeigt. So unterschreibe ich nichts“, scherzt er. Nächste Woche beginnt er zunächst ein Langzeitpraktikum im Betrieb. Ab August schließt sich die Ausbildung an.

„Das ist die Chance des Praktikums. Dass unsere Schüler eine Stelle finden, ob nun Beruf oder Ausbildung“, sagt Susan Remé. Sie leitet das Projekt „Deutsch für den Beruf“ der Volkshochschule (VHS) Pinneberg. Dies gelinge nicht immer, weil nicht alle Betriebe ausbilden oder offen seien für Menschen mit Migrationshintergrund. Ihrer Einschätzung nach werde es schwieriger für Migranten, sich eine sichere Zukunft aufzubauen. Angesichts dessen, dass die Flüchtlinge auch Deutschkenntnisse erwerben und auf die Erwerbstätigkeit vorbereitet werden, sei es umso wichtiger, eine Ausbildung oder einen Beruf zu haben. Und das möchte die VHS unterstützen.

Das Bewerbungsverfahren könne eine Hürde sein, wenn man die Sprache nicht zu 100 Prozent kann. „Unsere Schüler wussten nicht, wie man in Deutschland eine Bewerbung schreibt oder wie ein Lebenslauf aussehen muss. Viele Wörter kannten sie auch nicht“, sagt Svitlana Wenn. Die Pädagogin steht den Kursusteilnehmern als Jobcoach mit Rat und Tat zur Seite. Der zweite Schritt sei die Arbeit. Sie half ihren Schülern dabei, die Bewerbungen zu schreiben. Seit 2009 führt die Volkshochschule Pinneberg berufsbezogene Deutschkurse durch. Im April startet der nächste Kursus.

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erstellt am 30.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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