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Sondermagazin: 25 Jahre Mauerfall : Menschen aus dem Kreis Pinneberg erinnern sich

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das geschah vor 25 Jahren an der Berliner Mauer. In der kommenden Woche berichten bei uns Menschen aus dem Kreis Pinneberg von ihren Erinnerungen.

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Als sich nach 28 Jahren am Abend des 9. Novembers 1989 die Berliner Mauer öffnet, machen sich Zehntausende DDR-Bürger auf den Weg in den Westen. Es ist der Auftakt zur Deutschen Einheit. Doch was geschah?

18.53 Uhr: SED-Politbüromitglied Günter Schabowski erläutert auf einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin das neue DDR-Reisegesetz. Danach sollen Privatreisen ins Ausland ohne besondere Voraussetzungen möglich sein. Auf die Frage, ab wann das gilt, stammelt er: „Das tritt nach meiner Kenntnis...ist das sofort...unverzüglich.“

19.04 Uhr: Die Nachrichtenagentur dpa sendet die Eilmeldung: „Von sofort an können DDR-Bürger direkt über alle Grenzstellen zwischen der DDR und der Bundesrepublik ausreisen.“

20 Uhr: Die „Tagesschau“ beginnt mit der Schlagzeile: „DDR öffnet Grenze“.

20.46 Uhr: Der Bundestag tritt zu einer Sonderaussprache zusammen. Am Ende der Sitzung singen die Abgeordneten spontan die Nationalhymne.

21.03 Uhr: Ein West-Berliner klettert auf die Mauer am Brandenburger Tor.

Gegen 21.20 Uhr: Tausende fordern die Öffnung des Schlagbaums an der Bornholmer Straße im Ost-Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Die Grenzbeamten entscheiden sich für die sogenannte Ventillösung, bei der einige Ausreisewillige in den Westen gelassen werden. Mit dem Visumsstempel über dem Passbild werden viele Personalausweise ungültig gemacht – eine faktische Ausbürgerung. Die Menschen werden mit Freudentränen empfangen.

21.34 Uhr: US-Präsident George Bush reagiert auf einer Pressekonferenz in Washington zunächst zurückhaltend auf die Meldungen. Er sei „sehr erfreut“, sagt er, wirkt aber nachdenklich.

22.44 Uhr: Die West-Berliner Polizei meldet, dass am Brandenburger Tor die Westseite der Mauer mit Hämmern beschädigt werde.

Ab 23 Uhr: Der Druck an der Bornholmer Straße wird immer größer – bis die Beamten die Grenze öffnen und die Kontrollen einstellen: „Wir fluten jetzt!“ Dann gibt es kein Halten mehr: Tausende DDR-Bürger werden in West-Berlin enthusiastisch empfangen. In der darauf folgenden Dreiviertelstunde passieren etwa 20.000 Menschen den Übergang.

23.50 Uhr: Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) gibt während seines Besuchs in Warschau eine Pressekonferenz. Er wolle seine Reise unterbrechen. Am nächsten Mittag fliegt er über Hamburg nach Berlin.

0.02 Uhr: Laut Lagebericht der DDR-Volkspolizei sind alle Grenzübergänge innerhalb Berlins geöffnet.

In der Montagausgabe Ihrer Zeitung schildert der gebürtige Berliner Axel Hedergott, heute Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit, Jugend, Bildung und Soziales in Schenefeld, seine Erinnerungen an den Bau der Mauer, die etwa 300 Meter vom Elternhaus entfernt errichtet wurde, sowie an seine Arbeit beim Gesamtdeutschen Institut – Bundesanstalt für gesamtdeutsche Aufgaben in Bonn. Dort war der 64-Jährige bis zum Fall des Grenzwalls für die Sicherheit des Transitverkehrs verantwortlich.

Am Dienstag, 4. November, erzählt die Wedelerin Maritta Henke, wie sie es nach sechs Anläufen geschafft hatte, im Februar 1985 die „Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR“ zu erhalten und von Dresden aus mit ihrer Familie in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen zu dürfen.

Rolf Heidenberger, „Appen musiziert“-Initiator und ehemaliger Geschäftsführer der Edeka-Fleischwerke in Neumünster und Pinneberg, berichtet in der kommenden Mittwochausgabe über seine Erinnerungen an die Wendejahre, als die Supermarktkette gen Osten expandierte: „Die Menschen wussten irgendwann, wann die Lkw kommen, und haben regelrecht darauf gewartet“, beschreibt Heidenberger die damalige Situation.

Am Donnerstag, 6. November, beschreibt der Pinneberger Fritz Klingelhöfer, wie er es 1960 geschafft hat, die Volkspolizei auszutricksen und in die Bundesrepublik zu fliehen. Den Schritt, alles hinter sich zu lassen, nur um in Freiheit leben zu können, habe der heute 73 Jahre alte Christ nie bereut.

Am Freitag, 7. November, kommen die ehemaligen Magdeburger Gudrun und Lothar Berndt zu Wort. Die heutige Wedelerin durfte damals aus der DDR ausreisen, musste aber ihre Tochter und ihren Mann zurücklassen. Das konnte sie nicht – und so zog es sie wieder zurück. Er wurde derweilen von 40 Inoffiziellen Mitarbeitern bespitzelt.

Der kommenden Sonnabendausgabe Ihrer Tageszeitung liegt dann ein vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z) und dem medienhaus:nord, das unter anderem die Schweriner Volkszeitung herausbringt, erstelltes Sondermagazin mit 64 Seiten zum Thema Mauerfall bei.
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