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Benefiz : „Melker“ spielen für den Familienhafen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ellerbekerin Margit Schlüter organisiert das 14. Konzert zugunsten des Hamburger ambulanten Kinderhospizdienstes.

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erstellt am 04.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Ellerbek | Wenn die Ellerbekerin Margit Schlüter auf der Suche nach Künstlern ist, die bei ihrem jährlichen Benefizkonzert ohne Gage auftreten, ist so manches Mal Kollege Zufall im Spiel. „Vergangenes Jahr beim Konzert hing da ein Plakat im Veranstaltungsort, dem Freizeitzentrum Schnelsen“, berichtete Schlüter. Es war die Ankündigung der Band „Die Melker“, die eine Woche nach dem Benefizkonzert dort auftraten.

Flugs besorgte Schlüter Karten und sprach in der Pause einen der Musiker an, ob sie vielleicht Interesse daran hätten, die Ellerbekerin bei ihren Bemühungen um das ambulante Hamburger Kinderhospiz „Familienhafen“ zu unterstützen. „Ich war ganz überrascht, dass ich wenig später die Zusage auf dem Anrufbeantworter hatte“, sagte Schlüter.

Damit dürfte am Freitag, 24. Februar, der Saal in der Wählingstraße 16 ziemlich voll werden: Das Konzert der „Melker“ im vergangenen Jahr war restlos ausverkauft. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass bereits ab 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

„Wir haben häufiger solche Anfragen – und diesmal waren wir uns ganz schnell einig: Das ist eine gute Sache, für die man sich einsetzen muss“, betonte Hans Apolld, Schlagzeuger der norddeutschen Spaß-Kapelle. „Außerdem belastet uns das nicht finanziell – wir sind ja Rentner“, ergänzte Alfred Spohr, der als Frontmann singt und allerlei komische Elemente in das Programm einstreut. Auch das Einsammeln der Spenden werden Spohr und seine Kollegen übernehmen. „Außerdem steuern wir zehn CDs bei, die dann versteigert werden“, kündigte Spohr an. Drei Sets werden die Musiker zum Besten geben. „Dorfrock frisch von der Weide“, so lautet das Motto der Band. Viele der Titel hat Spohr geschrieben, die Musikstile wechseln dabei zwischen Rock, Country und Folk bis hin zum Tango.

Essen und Getränke werden gespendet

Einer der Höhepunkte in der Pause wird die amerikanische Versteigerung einer gespendeten Gitarre sein. „Dabei wirft jeder, der mitmacht, immer nur einen Euro in den Hut, den ein Läufer von Bieter zu Bieter bringt“, erklärte Schlüter. Ist die vorher festgelegte Zeit abgelaufen, ertönt ein Signal und das Instrument gehört demjenigen, der als Letzter seine Münze in den Hut geworfen hat.

„Vergangenes Jahr sind insgesamt 1200 Euro zusammengekommen“, berichtete Schlüter. Nicht nur die Musiker treten ohne Gage auf, auch die Helfer arbeiten ehrenamtlich. „Sogar die Getränke, die verkauft werden, und das Essen für die Musiker werden gesponsert“, sagte Schlüter erfreut.

„Das Geld fließt direkt an betroffene Familien“, betonte Marie Rienecker, die beim Familienhafen für die Öffentlichkeitsarbeit und das Fundraising zuständig ist. Meist würden damit ganz konkrete Wünsche erfüllt – so wie der der 18-jährigen Kati, die an Fibromatose erkrankt ist und nicht mehr lang leben wird. Doch mehr als das belastete die junge Frau, dass ihre Mutter mit den hohen Kosten einer Beerdigung allein dastehen wird. „Also wünschte sie sich einen Sarg, den sie dann gemeinsam mit ihrer Familie und ihren Freunden bemalte“, berichtete Rienecker.

Auch die Unterstützung der Geschwister von lebensbedrohlich erkrankten Kindern sei eine wichtige Aufgabe des Familienhafens. „Diese sogenannten Schattenkinder leiden oft sehr unter der Situation – und darunter, dass sie oft schon früh viel Verantwortung übernehmen müssen“, erklärte Rienecker. Ein viertägiger Ausflug ans Meer zum Surfen biete diesen Kindern nicht nur eine Auszeit, sondern auch die Erkenntnis, dass sie nicht allein sind mit ihren Schicksal“, erläuterte Rienecker. Darüber hinaus bildet die Einrichtung Lotsen aus, die die betroffenen Familien besuchen und für Entlastung sorgen.

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