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Pinneberg : Spielhallenüberfall: Zweiter Verdächtiger festgenommen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Einschusslöcher an der Eingangstür sind mit Müllsäcken abgedeckt. Ansonsten erinnert nichts mehr an den Überfall auf das Casino am Hafen in Pinneberg vom Vortag.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 15:10 Uhr

Pinneberg | Nach der Festnahme des ersten Täters am Mittwoch am Tatort ist im Zuge der Ermittlungen der Kriminalpolizei Pinneberg ein zweiter, 23-jähriger Tatverdächtiger festgenommen worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe erließ ein Haftrichter beim Amtsgericht am Donnerstagnachmittag gegen ihn Haftbefehl. Sein angeschossener Komplize muss nach seinem Krankenhausaufenthalt ebenfalls in Untersuchungshaft. Beide Pinneberger sind der Polizei wegen Gewaltdelikten bekannt.

Einen Tag nach dem dramatischen Überfall auf eine Spielhalle in Pinneberg ist wieder Normalität eingekehrt. Einige der Spielautomaten sind schon am Vormittag besetzt. Die Bedienung bringt ein Tablett mit Kaffee zu einem der Kunden. Die sitzen entspannt vor den Automaten und drücken auf den leuchtenden Knöpfen herum. Es scheint, als ob sich niemand der Gäste von den Vorfällen beeindrucken ließe.

Die Mitarbeiterin, die zum Zeitpunkt der Tat am frühen Mittwochmorgen ihren Dienst schob, ist allerdings noch zu Hause geblieben. Verständlich, wenn man die Brutalität der Räuber bedenkt. Die Männer hatten zwei Gäste gefesselt und mit einer Waffe bedroht. Und doch gibt es auch an diesem Tag noch Spuren der Tat – zumindest äußerlich. In der Eingangstür sind Einschusslöcher zu sehen. Die meisten wurden jedoch mit Müllsäcken verhängt.

Nebenan kommt der Nachbar mit seinem Hund von einem Spaziergang zurück. Er habe den Überfall mitbekommen, erzählt er. „Wenn es um viertel nach fünf so häufig knallt, ist das natürlich nicht alltäglich.“ Seinen Namen will er allerdings nicht nennen. Fünf oder sechs Schüsse habe er gehört. „Die Jalousien habe ich lieber unten gelassen.“ Aus dem Dachgeschoss habe er aber nicht viel sehen können. 20 bis 30 Polizisten seien am Tatort gewesen, schätzt der Nachbar. Bis zum Mittag sei alles abgesperrt gewesen.

Hinter der Spielhalle hat die Kindertagesstätte ihren normalen Betrieb wieder aufgenommen. Die Leiterin Karen von Bergen sitzt mit den Kindern zum Essen in der Cafeteria. Gegen 7.45 Uhr am Mittwoch sei die Polizei zu ihr gekommen und habe sie gebeten, sich mit den Kindern nicht vorne in der Nähe des Tatortes aufzuhalten. Die Beamten hätten das Gelände nach Spuren abgesucht. Angst hatten die Kinder nicht. „Wenn wir ruhig bleiben, überträgt sich das auch auf die Kinder“, sagt die Kita-Leiterin.

Die Polizei teilt inzwischen auch offiziell mit, dass mehr als einmal, auch von Beamten, geschossen wurde. Wegen der laufenden Ermittlungen könnten aber keine Einzelheiten genannt werden, sagt Sprecherin Sandra Mohr. Beim Einsatz erlitt ein Polizist eine Knieverletzung, ein zweiter ein Knalltrauma. Beide konnten jedoch ihren Dienst fortsetzen.

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