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Festnahme : Rellinger Feuerteufel auf frischer Tat ertappt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Seit Ende Juli setzte er Autos in Brand. Am Montagabend nahm die Polizei in Rellingen einen Tatverdächtigen fest – als er zwei Autos anzünden wollte.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 15:44 Uhr

Rellingen | Rellingen kann aufatmen: Der Feuerteufel, der seit dem 28. Juli mehrere Autos in Brand gesetzt hat, ist wahrscheinlich in der Nacht zu Dienstag festgenommen worden. Laut Polizeiangaben haben Zivilfahnder um 23.30 Uhr einen 26 Jahre alten Rellinger dabei beobachtet, wie er versucht hatte, zwei Fahrzeuge anzuzünden. Die Ermittler konnten die Flammen ersticken, bevor sie Schaden anrichteten. „Der Einsatz der Feuerwehr war nicht notwendig“, sagte Polizeisprecherin Sandra Mohr. Die Polizei habe Beweismaterial und Spuren gesichert.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe erließ ein Richter am Dienstag Haftbefehl wegen versuchter Brandstiftung. Die Kripo geht davon aus, dass der 26-Jährige für die jüngste Serie und Brandstiftungen verantwortlich ist. Der junge Mann soll demnach auch für mehrere zerstochene Autoreifen in Nachbarschaft seines Wohnhauses verantwortlich sein.

Laut Polizeisprecherin Mohr handelt es sich um einen „in der Vergangenheit bereits erheblich polizeilich in Erscheinung getretenen“ Mann. Weitere Informationen zur Identität des mutmaßlichen Täters wollte sie nicht geben.

„Mir ist eine riesengroße Last von den Schultern gefallen. Wir können alle wieder aufatmen“, sagte Rellingens Bürgermeisterin Anja Radtke am Dienstag. „Ich hoffe, dass im Laufe des Verfahrens, das nun folgen wird, die Brandstiftungen aus den vergangenen Wochen aufgeklärt werden können.“ Sie dankte dem Polizeirevier Rellingen und der Kriminalpolizei Pinneberg, die „eine super Arbeit gemacht“ hätten.

Bei dem Brandstifter handelt es sich allem Anschein nach tatsächlich um keinen Unbekannten. Nach Informationen dieser Zeitung soll es sich um André M. handeln. Der Rellinger wurde am 25. September 2007 von bewaffneten Kräften eines Spezialeinsatkommandos in der elterlichen Wohnung festgenommen worden. Die Ermittler gingen damals davon aus, dass André M. gemeinsam mit einem Komplizen einen Bombenanschlag auf das Apfelfest in der Gemeinde verüben wollten. Dass sie dazu in der Lage gewesen wären hatten sie bereits mit Sprengungen von Zigarettenautomaten bewiesen. Verurteilt wurden sie indes nicht wegen – wie es die Ankläger wollten – geplanten Mordes. Denn bei den Hausdurchsuchungen wurden nicht alle Zutaten, die für den Bau von Bomben notwendig gewesen wären, gefunden. Ins Gefängnis mussten André M. und sein Komplize dennoch: wegen Sachbeschädigung in mehr als 100 Fällen.

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