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Stromtrasse „SuedLink“ : Noch mehr Kabel: Kreis Pinneberg unter Strom

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Norddeutsche Windenergie für Bayern: Von der 800 Kilometer langen Stromtrasse führen 50 Kilometer durch Steinburg und Pinneberg.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Berlin/Kreis Pinneberg | Mit dem Vorschlag für den konkreten Trassenverlauf ist Deutschlands größtes Stromnetzausbauprojekt in seine heiße Phase getreten. Wie der Netzbetreiber Tennet gestern in Berlin mitteilte, könnte die Haupttrasse des insgesamt 800 Kilometer langen „SuedLink“-Projekts bis 2022 von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern führen. Den Plänen zufolge wird die insgesamt 800 Kilometer lange Leitung zunächst rund 50 Kilometer durch die Unterelbkreise Steinburg und Pinneberg führen, teils auf schon bestehenden Stromtrassen, ehe sie nördlich von Wedel bei Hetlingen die Elbe unterquert und weiter gen Süden geht.

Schleswig-Holstein und Niedersachsen drängen auf die Verlegung eines Erdkabels unter der Elbe. Schließlich sei die Elbe „ein besonders sensibler Naturraum“, begründete eine Sprecherin des Kieler Energiewendeministers Robert Habeck (Grüne) den Wunsch.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will die Pläne für die komplette Trasse nach Bürgerprotesten stoppen. Sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Torsten Albig kritisiert das scharf. „Wir müssen den Menschen doch ehrlich und mit Arsch in der Hose sagen, dass der Ausstieg aus der Atomenergie auch Folgen hat!“, schimpft Sozialdemokrat Albig.

CSU-Chef Seehofer hatte argumentiert, angesichts der Pläne von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zur Deckelung der Windkraft seien weniger neue Leitungen nötig, die Windstrom von Nord- nach Süddeutschland transportieren. Vor allem hält er nach Bürgerprotesten und kurz vor den bayrischen Kommunalwahlen am 16. März eine geplante Gleichstromautobahn von Sachsen-Anhalt in den Freistaat für fragwürdig, der er im Bundesrat noch zugestimmt hatte. Nun will Seehofer, dass Gabriel zuerst seine Reformpläne vorlegt. Dann werde man sich noch mal anschauen, welche Stromtrassen wirklich gebraucht würden. „Es kommt auf die Schrittfolge an“, sagte Seehofer.

Albig kritisierte Seehofers Taktieren vor den Kommunalwahlen: Wenn das Schule mache, sei zu befürchten, „dass immer die nächste Wahl Grund für den nächsten Stillstand ist“. So komme nur „Murks“ heraus.

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