Babyboom : Geburtenrekord: Robben-Nachwuchs auf Helgoländer Düne

Ein Kegelrobben-Heuler am Strand der Hochseeinsel Helgoland.
Ein Kegelrobben-Heuler am Strand der Hochseeinsel Helgoland.

Der Rekord der letzten Wurfzeit ist schon jetzt gebrochen – und die Saison 2014/15 ist noch nicht vorbei.

shz.de von
07. Januar 2015, 11:16 Uhr

Helgoland | Die Kegelrobben auf der Helgoländer Düne sind beim Nachwuchs auf Rekordkurs. In der letzten Wurfzeit 2013/14 waren nach Angaben des Natur- und Tierschutzvereins Jordsand weit über 200 kleine Kegelrobben dort geboren worden. In dieser Saison erblickte nach Angaben des Vereins am 6. Januar bereits das 244. Robbenbaby das Licht der Welt. Und dabei laufe die Wurfzeit noch bis Ende Februar, hieß es.

Zahlreiche Touristen und Tierfotografen nutzen demnach jetzt die Gelegenheit, um die Tiere aus der Nähe zu sehen. Dabei werde der nötige Abstand nicht immer eingehalten, kritisierten Naturschützer. Die Gemeinde Helgoland erwägt sogar, künftig Ranger einzusetzen.

In der Nordsee war die Kegelrobbe (Halichoerus grypus) lange praktisch ausgestorben. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert kehrte sie langsam zurück. Die Robbenkolonien in deutschen Gewässern sind eine Sandbank bei Amrum, die Helgoländer Düne sowie Gebiete bei den ostfriesischen Inseln Juist, Borkum und Norderney. Die Kegelrobbe war übrigens nicht vom Seehundsterben 2014 in der Nordsee betroffen.
Die Männchen gelten als größte Raubtiere Deutschlands, sie werden über 300 Kilo schwer und mehr als zwei Meter lang; die Weibchen kommen auf über 150 Kilo und 1,80 Meter Länge. Die Wurfzeit reicht auf Helgoland etwa von November bis Ende Februar. Das Weibchen bekommt immer nur ein Junges. Es wird drei Wochen gesäugt, verdreifacht in dieser Zeit sein Geburtsgewicht. Danach verliert die junge Robbe ihr weißes Lanugo-Fell und bekommt die dunklere Färbung. Das dicke Fettpolster im Nacken der Robbe wirkt wie eine Schwimmweste, mit der sie bequem senkrecht im Wasser stehen und schlafen kann.
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