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Sonntagsgespräch : „Das Persönliche geht ein wenig verloren“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Interview spricht Sabine Loof, Vorsitzende des Schulvereins Bilsbek, über den schwierigen Start des Vereins und dessen Arbeit.

Kummerfeld | Kummerfeld Sabine Loof aus Kummerfeld ist Vorsitzende des Schulvereins Bilsbek, der an der gemeinsamen Grundschule der Gemeinden Kummerfeld und Prisdorf Träger der Offenen Ganztagsschule ist. Im Sonntagsgespräch erklärt sie, warum der Start für den Verein so schwierig war.

Wie sieht die Arbeit des Schulvereins aus?
Wir sind Träger der Offenen Ganztagsschule und des Kindergartens an der Bilsbek-Schule. Jedes Vorstandsmitglied hat einen festen Aufgabenbereich. Kindergarten, Ganztagsschule, Pflege des Internetauftritts, Organisation von Veranstaltungen, Mitglieder- und Personalverwaltung – es kommt einiges zusammen. Ich bin als Vorsitzende Ansprechpartnerin für Schulleiter, Politik, Lehrer und Eltern. So werde ich kontaktiert, wenn es Unstimmigkeiten gibt oder Fragen offen sind.

Was ist der Grund für Ihr Engagement?
Für mich ist es selbstverständlich, sich in irgendeiner Form zu engagieren. Das haben schon meine Eltern getan. Ich hoffe, dass es bei meinen Kindern nicht anders sein wird. Ich kann zwar nicht besonders gut Kuchen backen oder Schulfeste organisieren, dafür aber einen Haushalt lesen. In meine derzeitige Funktion bin ich mehr oder weniger reingerutscht. Ich wurde im Schulverein Kummerfeld erst Kassenwartin, später Vorsitzende und habe diese Aufgabe dann auch im Schulverein Bilsbek übernommen.

Mit Prisdorf und Kummerfeld sind gleich zwei Gemeinden für die Bilsbek-Schule verantwortlich. Klappt die Zusammenarbeit aus Ihrer Sicht?
Ja. In der Planungsphase gab es gerade in der Politik sicherlich einige Reibungspunkte zwischen den beiden Gemeinden. Seit der Eröffnung der Schule klappt aber alles hervorragend. Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm. Im Schulverein hatten wir es sowieso einfacher, weil es den Eltern nicht um Besitzstände der einzelnen Gemeinden, sondern um einen guten Unterricht für ihre Kinder geht.

Die Bilsbek-Schule hat erst nach den Sommerferien ihren Betrieb aufgenommen. Was klappt seitdem gut, was muss sich verbessern?
Wir als Schulverein wurden anfangs von der großen Nachfrage überrascht. Umfragen bei den Eltern ergaben, dass nur 100 Kinder eine Nachmittagsbetreuung brauchen. Tatsächlich waren es dann 150 Anmeldungen. Deshalb hatten wir beim Start zu wenig Mitarbeiter und auch die Computer funktionierten nicht einwandfrei. So ließen sich Anlaufschwierigkeiten nicht vermeiden. Gewisse Dinge mussten sich einfach erst einspielen.

Was macht den besonderen Reiz Ihrer Arbeit aus?
Mir macht es einfach Spaß, eine solche Verantwortung zu übernehmen. Die Aufgabe kann ich aber nur dank der großen Unterstützung des gesamten Vorstandes bewältigen.

Sie waren vorher Vorsitzende des Schulvereins Kummerfeld. Was hat sich für Sie verändert?
Die Zahlen im Haushalt, Personal, Kinder, die betreut werden – es ist alles größer und mehr geworden. Dadurch geht ab und an leider das Persönliche ein wenig verloren.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Schulvereins und der Schule?
Ich wünsche mir, dass der Schulverein von den Eltern noch besser angenommen wird und wir die Zahl von derzeit 100 Mitgliedern erhöhen können. Viele sehen gar nicht, was wir leisten. Gerade vielen Neuzugezogenen ist nicht klar, dass wir ein reiner Elternverein sind. Es wäre außerdem schön, wenn trotz der Größe der dörfliche Charakter an der Schule nicht ganz verloren geht.

Zur Person:
Sabine Loof (47) gehört seit 2003 zum Vorstand des Schulvereins Kummerfeld, erst als Kassenwartin, später als Vorsitzende. Seit der Eröffnung der Bilsbek-Schule ist sie Vorsitzende des Schulvereins Bilsbek. Außerdem ist sie Grünen-Kreistagsabgeordnete. Die Gartenbauingenieurin ist verheiratet und hat drei Kinder. Ihr jüngster Sohn besucht die dritte Klasse der Bilsbek-Schule.
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erstellt am 16.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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