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Nordkirche im Kreis Pinneberg : Bleibt die Kanzel bald leer?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Auch die Nordkirche steuert auf einen Fachkräftemangel zu: Im Kreis Pinneberg betreuen 45 Pastoren 90.000 Gemeindemitglieder.

Kreis Pinneberg | Auf die evangelische Kirche im Norden Deutschlands rollt ein Problem zu: Immer mehr eingestellte Pastoren steuern auf den Ruhestand zu, die allein im Jahr 2023 in der Nordkirche beispielsweise 100 Pfarrer erreichen werden. Gleichzeitig rückt zu wenig Nachwuchs nach. „Derzeit finden sich 213 junge Frauen und Männer auf unserer Liste der Theologiestudenten. Aber die studieren in unterschiedlichen Semestern. Zudem werden nicht alle ihr Studium bestehen. Und die, die es bestehen, gehen nicht alle in den Pfarrdienst“, sagt Frank Zabel, der Sprecher der Nordkirche.

Thomas Drope, der leitende Geistliche der Propstei Pinneberg, die zum Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein gehört, kann das Problem gut nachvollziehen. Gegenwärtig würden 45 Pastoren die etwa 90.000 Gemeindemitglieder im Bereich seiner Propstei betreuen, das entspricht einem Verhältnis von 1:2000. „Damit liegen wir ziemlich genau im Durchschnitt innerhalb der Nordkirche“, so Drope. Auch er rechne in den kommenden Jahren allerdings mit einem Auseinanderklaffen der Schere zwischen Pensionierungen und Neueinstellungen. Zwar plädiert der 49-Jährige  für eine Beurteilung der Situation „mit Augenmaß“ – Schwankungen in der Zahl der Theologiestudenten habe es schließlich schon immer gegeben – eine sinkende Attraktivität bescheinigt er dem Studiengang aber durchaus. „Das Freizeitverhalten junger Menschen hat sich verändert. Für viele ist beispielsweise die Residenzpflicht, das heißt, die Pflicht als Pfarrer eine Dienstwohnung im Pfarrbezirk zu beziehen, schon ein K.-O.-Kriterium“, sagt er.

Spitze sich die Situation zu, dann gebe es Drope zufolge die Möglichkeit, verstärkt auf sogenannte Prädikanten zu setzen. Das sind Hilfsprediger ohne Theologiestudium, die parallel zu ihrem eigentlichen Beruf Pastoren unterstützen. „Im Moment“, so Drope, „beschäftigen wir davon vier innerhalb der Propstei“.

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erstellt am 16.02.2014 | 06:00 Uhr

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