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Hells Angels und Mongols : MEK-Einsatz und Razzia in Pinneberg: Soko „Rocker“ vollstreckt Haftbefehl

vom

Beamte stürmen ein Haus nahe der A23 in Pinneberg. Ein Augenzeuge berichtet von Schüssen. Die Polizei bestätigt einen MEK-Einsatz.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 16:17 Uhr

Pinneberg | Am frühen Mittwochmorgen hat es einen Polizei-Einsatz in Pinneberg gegeben. Das MEK der Polizei Hamburg hat einen 34-jährigen Deutschen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verhaftet. Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Hamburg und der Soko „Rocker“ geführt. Der Verhaftete sei früher Mitglied der Hells Angels und dann Vizepräsident der verfeindeten Hamburger Mongols gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Anfang Dezember war Rockerboss Erkan U. von der Polizei in einer spektakulären Aktion in seiner Wohnung in Hoheluft festgenommen worden. Im Januar gründete die Hamburger Polizei die Sonderermittlungsgruppe „Soko Rocker“ um der Rockerkriminalität in der Hansestadt zu bekämpfen.

Bereits im vergangenen November wurde eine 26-jährige Deutsche vorläufig festgenommen, als sie mit einer Langwaffe, zwei Pistolen, Schalldämpfer und Munition mit einem Bus aus der Schweiz nach Hamburg eingereist war. Die Beschuldigte sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg und die Soko „Rocker“ kamen bei ihren Ermittlungen auf die Spur des 34-Jährigen, der vermutlich der Auftraggeber für die Einführung der illegalen Waffen nach Hamburg ist. Der Tatverdächtige soll zudem im vergangenen Oktober zwei 29 und 33 Jahre alte Männer mit einer Pistole der Marke Glock bedroht haben.

Die Kriminalbeamten beantragten bei der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl und Durchsuchungsbeschlüsse für die beiden bekannten Aufenthaltsorte des 34-Jährigen in Hamburg-Osdorf und Pinneberg.

Der Beschuldigte wurde vom MEK in der Wohnung in Pinneberg verhaftet. Dort stellten die Beamten zudem geringe Mengen Betäubungsmittel (Marihuana), verschreibungspflichtige Anabolika (Clenbuterol und Testosteron), einen geladenen Revolver („Smith & Wesson“), ein Messer, einen Schlagring sowie weitere Beweismittel sicher. Untersuchung und Auswertung der sichergestellten Gegenstände dauern an. Bei der Durchsuchung in Hamburg-Osdorf sei nichts beschlagnahmt worden.

Der Beschuldigte sitzt in Untersuchungshaft.

Ein Augenzeuge berichtete am Mittwochmorgen gegenüber shz.de von Schüssen, dem Einsatz von Blendgranaten und einer Motorsäge in einem Haus in der Straße „Am Hang“. Demnach sei ein Spezial-Einsatz-Kommando der Polizei vor Ort gewesen. Dies bestätigte der Pressesprecher der Hamburger Polizei, Jörg Schröder, auf Anfrage von shz.de.

„Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir derzeit nicht mehr sagen“, so Schröder. Dem Augenzeugen nach sollen in der Umgebung von Zeit zu Zeit Mongols gesichtet worden sein. Beamte hätten nach dem Zugriff Beweismaterial gesichert, unter anderem schusssichere Westen, so der Zeuge.

Seit Monaten gärt der Streit zwischen den Rockergruppen Mongols und Hells Angels im Hamburger Rotlichtviertel. Vor fünf Jahren tobte auch in Schleswig-Holstein ein Machtkampf zwischen den Hells Angels und den Bandidos. Das Innenministerium griff hart durch und verbot die beteiligten Gruppierungen aus Flensburg, Kiel und Neumünster.

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