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Pinneberger Tageblatt

26. September 2017 | 14:58 Uhr

Kummerfeld : Meinkenhof ist wieder insolvent

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Restaurant in Kummerfeld schließt Ende Februar.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2016 | 16:45 Uhr

Kummerfeld | Das letzte Restaurant in der Gemeinde Kummerfeld ist pleite. Die Betreiber des Meinkenhofs haben Insolvenz angemeldet. Der Gasthof wird seit 20 Jahren von dem Kummerfelder Ehepaar Anette und Jan Kruse betrieben. Bereits im Frühjahr 2013 wurde die Schuldenlast zu groß und Jan Kruse hatte Insolvenz angemeldet. Damals ging es dank eines Investors unter der Leitung seiner Frau weiter. Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Oliver Dankert aus Pinneberg, geht davon aus, dass im Meinkenhof Ende des Monats endgültig die Lichter ausgehen. „Das ist nahezu klar“, bestätigt Jan Kruse im Gespräch mit dieser Zeitung. Geplante Veranstaltungen wie der Auftritt des Comedy-Künstlers Matthias Stührwoldt am kommenden Dienstag, 23. Februar, ab 20 Uhr, fänden jedoch statt, stellt Kruse klar.

Wie es mit dem Verfahren weitergeht, konnte er noch nicht sagen. „Wir müssen sehen, wo die Reise hingeht“, so Kruse. Die Insolvenz habe wirtschaftliche Gründe: „Das Geschäft läuft nicht ordentlich.“ Drei Festangestellte, zwei Auszubildende, eine Angestellte in Teilzeit sowie mehrere Aushilfen seien von dem Aus betroffen.

Insolvenzverwalter Dankert sagte: „Die Kosten konnten nicht mehr gedeckt werden. Es gab keine Reserven mehr.“ Der Anwalt begleitet regelmäßig Restaurants, die mit den gleichen Problemen kämpfen. Er glaubt, dass dies auch ein Generationen-Thema ist. Die alt eingesessenen Gaststuben fänden kein Interesse bei den jüngeren Bewohnern des Ortes. Jan Kruse sagt auch, dass gehobene, deutsche A-la-Carte-Küche nicht mehr ausreichend honoriert werde. Zudem sei der Saalbetrieb in den vergangenen drei Jahren „weggebrochen“.

Mit dem Meinkenhof geht das Restaurant-Sterben in Kummerfeld weiter. Zuletzt schloss die Bäckerei mit angeschlossenem Café im November vergangenen Jahres ihre Türen. Auch den ehemaligen „Lindwurm“ gibt es nicht mehr. Der Umbau zum griechischen Restaurant „Anassa“ war nicht von Erfolg gekrönt.

„Das ist ganz schrecklich, ein großer Verlust für den Ort“, sagte Bürgermeisterin Erika Koll (SPD) gestern zu den Auswirkungen auf das Dorfleben. Es tue ihr auch für das Ehepaar Kruse sehr leid. Zwar seien auch andere Gemeinden von Schließungen betroffen, der Fall in Kummerfeld sei aber „schon ein Einbruch“. Umso wichtiger sei es, die alte Schule „aufzupeppen“, um dort Veranstaltungen möglich zu machen.

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