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Pinneberger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 21:41 Uhr

„Mein Körper gehört mir“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wolfgang-Borchert-Gymnasium: Projekt zur Prävention von sexuellem Missbrauch / 120 Sechstklässler profitieren von Aufklärung

Juliette Hackstein, Mitarbeiterin bei der Beratungsstelle Wendepunkt, verteilt Karten mit der Aufschrift „Mein Körper gehört mir“. Die 30 Schüler der Klasse 6 a des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums (WoBo) nehmen die Karten mit wichtigen Kontaktadressen an sich. Das Projekt „Prävention von sexuellem Missbrauch“ stand bei den Sechstklässlern von 8.30 bis 13 Uhr auf der Tagesordnung. Auch die weiteren drei Parallelklassen beschäftigten sich einen Tag lang mit den Themen der Prävention.

Ziel der Arbeit gegen sexuellen Missbrauch ist es, die Mädchen und Jungen vor sexueller Gewalt zu schützen und eine schnelle Beendigung des Zustands herbeizuführen. „Es ging uns besonders darum, die Schüler zu stärken, zu sensibilisieren und zu informieren“, so Sven-Ole Carstens, Sonderpädagoge beim Wendepunkt.

Absicht ist es auch, dass Mädchen und Jungen Wertschätzung erfahren und die ihnen zustehenden Rechte auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung umsetzen können. Die Wendepunkt-Mitarbeiter verdeutlichten den Jungen und Mädchen die Präventionsthemen mithilfe von verschiedenen Übungen. Beispielsweise behandelten sie beim Spiel „Ab durch die Mitte“ Themen wie Chatten und Liebeskummer. Schüler konnten sich zu Fragen äußern wie „Wer hatte schon mal Liebeskummer?“. Dabei durften sie selbst entscheiden, was sie preisgeben wollten und was nicht. „Wir können so schnell den Wissensstand der Schüler erspüren und sind so blitzschnell im Thema“, so Hackstein.

Bei den Schülern kam das Projekt gut an. Gesa (11) gefiel die Aufteilung in Jungen- und Mädchen-Gruppen am besten. Auch Jakob (11) freute sich, „Fragen an die Mädchen in seiner Jungenclique“ ausarbeiten zu können. Julija (11) gab an, von dem Gesprächskreis profitiert zu haben. „Ich nehme mehr Sicherheit für später mit“, so Julija. Sie wisse nun, was man mache, wenn man belästigt wird und sei über ihre Rechte genau informiert. Lars-Hendrik (12) ist froh, einen neuen Ansprechpartner kennengelernt zu haben. „Ich weiß nun, wo wir hingehen können, wenn wir Probleme haben, die wir nicht mit Eltern oder Freunden besprechen wollen“, so der Zwölfjährige.

Carla (11) äußerte sogar den Wunsch, das Projekt fortzusetzen. „Das Thema könnte vielleicht noch bedeutender werden, wenn wir richtig in die Pubertät kommen“, so Carla. Am Vorhaben gefiel Schülern wie Maximilian (11), dass Regeln aufgestellt und eingehalten wurden. Dazu gehörten beispielsweise Normen wie „Lachen“ und „Nicht mitmachen“ sind ausdrücklich erlaubt, „Auslachen“ ist jedoch verboten.

Das Projekt gibt es am WoBo bereits seit 16 Jahren. Es wird immer in der sechsten Klasse veranstaltet. Das Vorhaben unterstützt die Ortsjugendpflege Halstenbek, die Gemeinde Rellingen (Gleichstellungsbeauftragte Dorathea Beckmann) sowie der Freundeskreis des WoBo. Insgesamt 120 Sechstklässler profitieren davon. „Das Projekt läuft erfolgreich, die Schüler sind begeistert“, bilanzierte Lehrerin Silke Feddersen.


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