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Pinneberger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 07:16 Uhr

Pinneberg : Mein Freund, der Baum, ist tot

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinnebergerin Petra Führmann kritisiert, dass in der Stadt zu viel abgeholzt wird. Die Grüne und der Umwelthaus-Chef geben ihr recht.

von
erstellt am 24.Dez.2015 | 09:36 Uhr

Pinneberg | „Mein Freund, der Baum, ist tot. Er fiel im frühen Morgenrot“ – wenn die Pinnebergerin Petra Führmann die Ballade der Sängerin Alexandra hört, hat sie Tränen in den Augen. Denn diese Zeilen spiegeln für sie genau das wider, was in der Stadt passiert.

„Es werden zu viele Bäume abgeholzt“, sagt sie. Gegenüber dem Wohnhaus im Quellental, wo die Rentnerin lebt, wurden jüngst zwei Bäume gefällt. „Sie waren gesund“, sagt sie. Führmann geht gern spazieren. Deswegen weiß sie, wo der Kommunale Servicebetrieb, aber auch Privatleute in ihren Gärten Bäume gefällt haben: Allein drei sind es in der Richard-Köhn-Straße, ein Baum wurde in der Oeltingsallee gefällt, und in der Burmeisterallee musste eine Pappel dran glauben.

„An der Pinnau wird auch immer alles wegrasiert. Öde und traurig sieht es dort aus“, sagt sie. Am Thesdorfer Weg ging es einer Riesen-Kiefer ans Leder. Und die große Eiche im Kreuzungsbereich an der Theodor-Heuss-Schule hätte nicht gefällt werden müssen. Auch für die Westumgehung seien viele Bäume gerodet worden, sagt sie.

Nachvollziehen kann Führmann das nicht: „Die Leute fahren in den Urlaub wegen schöner Landschaften, und hier in Pinneberg holzen sie alles ab“, bedauert sie. Auch für das Abholzen in Privatgärten hat sie kein Verständnis: „Manche Leute sind es nicht wert, einen Garten zu haben.“

Wie aber Abhilfe schaffen? Die Rentnerin fordert eine Baumschutzsatzung – denn die gibt es in Pinneberg nicht.

Das sehen auch die Grünen so: „Ja, in Pinneberg werden zu viele Bäume abgeholzt“, sagt Joachim Dreher, Fraktionsvorsitzender Grüne und Unabhängige. Zum Beispiel auch auf dem Eggerstedt-Gelände. Dort wurde für Wohnbebauung abgeholzt. Die Grünen werden im nächsten Jahr weiter für eine Baumschutzsatzung in der Stadt kämpfen, verspricht Dreher. Rainer Reischuck, Vorsitzender des Umwelthauses Pinneberg, hat noch eine andere Lösung parat: „Die Stadt könnte in den Bebauungsplänen festlegen, welche Bäume geschützt werden“, schlägt er vor. Teilweise sei man im Quellental schon so verfahren.

Damit käme man der Rentnerin sehr entgegen: „Bäume sind für mich das Größte, weil sie wunderschön sind, Schatten und Sauerstoff spenden. Ich wünsche mir, dass die Menschen ein Bewusstsein für Bäume bekommen.“

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