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Krischan Koch in Pinneberg : „Mein Buch ist die Parodie eines Skandinavien-Krimis“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vor der Lesung im Pinneberger Bücherwurm am Donnerstag spricht der Krimiautor Krischan Koch über skurille Typen in seinen Romanen und sein Leben zwischen Stadt und Land.

Pinneberg | Der Hamburger Autor Krischan Koch liest am Donnerstag, 9. Februar, ab 19.30 Uhr im Pinneberger Bücherwurm aus seinem Krimi „Dreimal tote Tante“ (Tickets kosten zwölf Euro, mit Kundenkarte zehn Euro). Die Zutaten für einen guten Krimi? Für Koch sind das eine gewisse Komik und die Unterstützung seiner Frau.

Frage: Was erwartet die Besucher im Bücherwurm?
Mein aktueller Krimi „Dreimal tote Tante“. Das ist der vierte Band einer Reihe, die im kleinen Örtchen Fredenbüll spielt. Wie meine Bücher bieten auch meine Lesungen eine Mischung aus Spannung und Humor. Es geht also recht munter zu. Die Veranstaltung ist irgendwo zwischen Krimi und Kabarett anzusiedeln.

Was ist wichtiger – Spannung oder Humor?
Das hält sich die Waage. Eine gewisse Komik ist mir schon wichtig. Die Eigenheiten der einzelnen Charaktere bereiten mir schließlich viel Freude. Da sind einige skurrile Typen dabei, die den ganzen Tag an einem Stehtisch in einem Imbiss verbringen. Spannung ist natürlich auch sichergestellt. Das Buch ist die Parodie eines Skandinavien-Krimis. Ähnlich wie bei Jussi-Adler Olsen gibt es eine Frau, die sich einem Kellerverlies wiederfindet. Ganz ohne Grusel geht es in einem Krimi einfach nicht.

Was ist Ihr Lieblingskrimi?
Da gibt es zwei. „Puppenmord“ von Tom Sharpe und „Der talentierte Mr. Ripley“ von Patricia Highsmith.

Thies Detlefsen, die Hauptfigur ihrer Romane, ist ein typischer Dorfpolizist. Bevorzugen Sie selbst das Leben auf dem Dorf oder sind Sie ein Stadtmensch?
Das lässt sich schwer sagen. Da ich mich nicht entscheiden kann, lebe ich neun Monate im Jahr in Hamburg und drei Monate auf Amrum. Dort haben wir eine kleine Wohnung, in der ich meistens auch an einem kleinen Schreibtisch meine Krimis schreibe. Einige meiner Bücher spielen sogar auf Amrum. In Hamburg liegt mein Schwerpunkt eher auf der journalistischen Arbeit.

Wie entstehen die Ideen für Ihre Bücher?
Das Wichtigste ist, dass man gut beobachten kann. Die Eigenschaften meiner Helden im Stehimbiss habe ich zum Beispiel in Stehimbissen an der ganzen Nordseeküste aufgeschnappt. Bei den Krimi-Plots kann ich auf die Unterstützung meiner Frau bauen. Sie ist Anwältin und Strafverteidigerin, kennt sich mit Kriminalität also sehr viel besser aus als ich. Die Handlung entwickeln wir häufig bei gemeinsamen Strandspaziergängen. Die mörderischen Gedanken entstehen also in der Idylle auf Amrum.

Ihre meisten Bücher spielen im Norden. Würden Sie sich selbst als typischen Norddeutschen bezeichnen?
Ich habe auch schon ein Buch geschrieben, das in Venedig spielt, bin also nicht nur auf den Norden festgelegt. Aber auf Dauer kann ich vermutlich nicht aus meiner norddeutschen Haut. Also bin ich wohl tatsächlich ein typischer Norddeutscher.

Mit dem Hamburger Spottverein sorgen Sie auch für kabarettistische Unterhaltung. Wie kam es dazu?
Mit dem Kabarett fing ich gemeinsam mit einem Freund schon zu Schulzeiten an. Das wurde 1989 durch meine Frau wiederbelebt. Wir gründeten zu Dritt den Hamburger Spottverein. In der Zeit der Wiedervereinigung mussten wir unser erstes Programm im Prinzip jede Woche umschreiben. Insgesamt waren wir 25 Jahre mit acht Programmen auf Kleinkunstbühnen in ganz Deutschland unterwegs. Durch die Lesungen fehlt mir dafür aber momentan etwas die Zeit. Die Kabarett-Erfahrung kommt mir aber bei den Lesungen zugute.

Krischan Koch lebt dicht am Wasser – in Hamburg, wo er als Filmkritiker für den NDR arbeitet, und auf der Nordseeinsel Amrum, wo er die Kabarettprogramme für den „Hamburger Spottverein“ erfindet. Dort hat er mit Blick auf die See auch seinen ersten Kriminalroman „Flucht übers Watt“ geschrieben, der 2009 erschienen ist. Mit seinem ersten Helden Harry Oldenburg verbindet ihn vor allem das Interesse für Kunst. Seit 2013 steht der Dorfpolizist Thies Detlefsen im Mittelpunkt der Romane. Auftakt der Detlefsen-Reihe war „Rote Grütze mit Schuss“. „Dreimal tote Tante“ ist bereits das vierte Buch, in denen die Abenteuer von Thies Detlefsen im Mittelpunkt stehen.


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erstellt am 07.Feb.2017 | 12:00 Uhr

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