Mehrheit hält sich ans Tempolimit

Hält sich ein Verkehrsteilnehmer − so wie hier in der Wilhelmstraße − an die Geschwindigkeitsbegrenzung erscheint auf dem Display ein „Danke“. In Tornesch ist dies meistens der Fall.
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Hält sich ein Verkehrsteilnehmer − so wie hier in der Wilhelmstraße − an die Geschwindigkeitsbegrenzung erscheint auf dem Display ein „Danke“. In Tornesch ist dies meistens der Fall.

Auswertung der Displays zeigt Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer in Tornesch / Geräte werden modernisiert

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12. April 2018, 16:00 Uhr

Sie zeigen die Geschwindigkeit an, bedanken sich bei den Autofahrern für das Einhalten der Tempobegrenzung oder fordern zu langsamerer Fahrweise auf − sogenannte Dialog-Displays. Fünf Stück sind derzeit in Tornesch aufgestellt. Doch die Geräte sollen nicht nur die Verkehrsteilnehmer zu einer angemessenen Fahrweise animieren, sie sammeln auch Daten über Durchschnitts- und Maximalgeschwindigkeiten. Diese Daten hat Henry Stümer (CDU) jüngst ausgewertet. Ergebnis: Die große Mehrheit der Fahrer hält sich an die Tempobegrenzungen, lediglich auf der Ahrenloher Straße und der Friedrichstraße geht es etwas schneller zu. Künftig werden die Displays auch Daten zu Lärmemissionen und Verkehrsdichte sammeln, dafür werden sie für zirka 3000 Euro modernisiert.


Auf der Friedrichstraße wird schneller gefahren

Wilhelmstraße, Friedlandstraße, Esinger Straße, Ahrenloher Straße und Friedrichstraße − diese Standorte hat Stümer unter die Lupe genommen. Während an den beiden erstgenannten Standorten Tempo 30 gilt, darf ansonsten 50 Stundenkilometer gefahren werden. Und die Mehrheit hält sich an die Begrenzung. „Die Durchschnittsgeschwindigkeit entspricht den Vorgaben“, resümiert Stümer. Um diese Aussage treffen zu können, hat der Bauausschussvorsitzende die Daten eines Monats ausgewertet. Maßgeblich für die Bewertung ist dabei die sogenannte V85-Kennziffer. Sie beschreibt die Geschwindigkeit, die von 85 Prozent der gemessenen Fahrer eingehalten und von 15 Prozent überschritten wird.

Während in Wilhelm-, Friedlandstraße und Esinger Straße die Werte laut Stümer im grünen Bereich liegen, werde in der Ahrenloher Straße zwar zügiger gefahren, die Tempobegrenzung allerdings grundsätzlich eingehalten. Anders sieht das in der Friedrichstraße aus. Auf der Verbindungsstrecke in Richtung Heidgraben sind die Verkehrsteilnehmer „deutlich schneller“ unterwegs, so Stümer. Dort werden regelmäßig V85-Werte von 56 km/h erreicht.

Für Unmut sorgen bei Anwohnern insbesondere die einzelnen Raser, die es auch in Tornesch gibt. Ob 87 km/h in der Wilhelmstraße oder 112  Stundenkilometer in der Friedrichstraße, einzelne Fahrer scheinen die Tempobegrenzung eher als Empfehlung zu sehen. Der traurige Spitzenreiter schaffte es im von Stümer untersuchten Zeitraum übrigens auf Tempo 116, und das in der Esinger Straße, wo sich unter anderem die Johannes-Schwennesen-Schule befindet. Stümer betont jedoch, dass es sich dabei um einzelne Ausreißer handele. Wie man ihnen Herr werden kann, will Stümer im Gespräch mit der Polizei klären.

Bislang können die Dialog-Displays lediglich die Geschwindigkeiten messen. Angaben zu den Fahrzeugklassen lassen sich nicht erfassen. Das wird sich künftig ändern, denn einstimmig hat die Politik beschlossen, die Displays für insgesamt 3000 Euro aufrüsten zu lassen. „Da kann man nicht viel falsch machen und wir werden neue Erkenntnisse bekommen“, fasste SPD-Vertreter Manfred Mörker die Stimmungslage zusammen. Somit werden die Geräte künftig auch Informationen über die Fahrzeugart und die Verkehrsdichte sammeln.



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