Mehr Wohncontainer für Rellingen

Auch in Hamburg wurden vergangenen Sommer Wohncontainer (hier in Eimsbüttel) aufgestellt.
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Auch in Hamburg wurden vergangenen Sommer Wohncontainer (hier in Eimsbüttel) aufgestellt.

Gemeinde bestellt Unterkünfte für Asylbewerber im Wert von 190 000 Euro / Bundesbehörde erwartet mehr Flüchtlinge als prognostiziert

shz.de von
21. Juni 2014, 16:03 Uhr

Die Gemeinde Rellingen benötigt noch weitere Wohncontainer für Asylbewerber. Am Montag, 23. Juni, muss der Rat um 19 Uhr die Eilentscheidung der Bürgermeisterin Anja Radtke noch absegnen. Der Grund: Die Zahl der zu erwartenden Asylbewerber wurde von der zuständigen Bundesbehörde nachträglich stark nach oben korrigiert.

Erst im März hat der Rellinger Gemeinderat 240 000 Euro für zwölf Wohncontainer bewilligt. Dort sollen zentral zugewiesene Asylbewerber untergebracht werden. Doch laut neuesten Hochrechnungen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wird das nicht ausreichen, um alle Flüchtlinge bis zum Jahresende aufnehmen zu können. Die Verwaltungschefin hat sofort reagiert und per Eilentscheidung zwölf Container für weitere 190 000 Euro bestellt. Diese bilden dann die erste Etage auf den bereits bestellten Containern. Im September sollen sie in Betrieb genommen werden.

Bisher ging die Kommune von einer Steigerung der Flüchtlingsrate in Höhe von 20 Prozent zum Vorjahr aus. Daraufhin wurden die zwölf Container für die Tangstedter Chaussee bestellt. Das Bundesamt korrigierte die Flüchtlingsrate nun auf 64,5 Prozent. Aktuell liefen Gespräche auf Bundesebene, das Flüchtlingskontingent für die Bundesrepublik weiter zu öffnen, ließ die Kommune verlauten.

Die Gemeinde Rellingen habe die Auswirkungen dessen bereits zu spüren bekommen. Im Mai wurden zwei Asylbewerber, im Juni drei Personen in der Gemeinde aufgenommen. Die Unterkunft in der Meisenstraße sei mit 12 Personen voll belegt. Drei Asylbewerber mussten bereits in einer Pension untergebracht werden. Auch die Obdachlosenunterkünfte seien voll belegt. Bis zum Jahresende soll Wohnraum für 37 weitere Personen geschaffen werden.

In der Vergangenheit habe die Gemeinde viele Gespräche mit Eigentümern von leer stehenden Gebäuden geführt. Dies sei allerdings bislang erfolglos geblieben.

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