Verkehrssicherheitsbericht : Mehr Unfälle, aber weniger Verkehrstote im Kreis Pinneberg

Der erste tödliche Unfall ereignete sich in Brand-Hörnerkirchen.
Der erste tödliche Unfall ereignete sich in Brande-Hörnerkirchen.

Insgesamt sechs Menschen starben bei Unfällen. Die Hälfte der Verkehrstoten waren Radfahrer.

shz.de von
09. März 2018, 10:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Es bleibt gefährlich auf Straßen und Radwegen des Kreises Pinneberg. Erneut ist die Zahl der Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr angestiegen. Das geht aus dem Verkehrssicherheitsbericht 2017 der für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion Bad Segeberg hervor. Erfreulich: Bei den Unfällen wurden weniger Menschen verletzt als im Jahr zuvor. Aber: Sechs Menschen starben 2017 bei Verkehrsunfällen.

Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 7563 Verkehrsunfälle. Das sind 132 beziehungsweise 2,6 Prozent mehr als 2016. 1301 (2016: 1344) Menschen wurden dabei leicht, 113(2016: 136) schwer verletzt. Während im 2016 zehn Menschen ihr Leben auf den Straßen des Kreises Pinneberg ließen, waren es 2017 „nur“ sechs. Die Hälfte der Verkehrstoten  waren Radfahrer. Nach wie vor sind Radler stark gefährdet: Sie waren in 552 (2016: 534) Unfälle verwickelt. So gut wie jedes   Mal (546, 2016: 516) zogen sich die Radfahrer dabei mehr oder minder schwere Blessuren zu.

Schlimme Entwicklung auch bei den Unfällen, an denen Fußgänger beteiligt waren: Um 15,5 Prozent auf 127 stieg die Zahl an.  140 (13,8 Prozent mehr als 2016)  Menschen wurden dabei verletzt. Ein Fußgänger starb im vergangenen Jahr bei einem Unfall. Erfreulich dagegen die Entwicklung bei den Unfällen, an denen Motorräder oder Mopeds beteiligt waren: Um 15 Prozent auf 121 sank die Unfallzahl. Um 20 Prozent auf 114 ging sogar die Zahl der Verletzten zurück.

Besonders gefährdet sind nach wie vor Kinder. 182 wurden im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen verletzt. Fast 15 Prozent mehr als im Jahr davor. 127 Fahrer  wurden erwischt, die  sich nach dem Genuss von Alkohol ans Lenkrad ihres Fahrzeugs  gesetzt hatten, 18 nach dem Konsum von Drogen.

Laut Polizei ist  das Benutzen von Mobiltelefonen beim Autofahren immer häufiger Ursache für Unfälle. Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, kündigte an, dass die Bekämpfung der Unfallursache „Ablenkung durch das Mobiltelefon“ auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt der „repressiven und präventiven Aktivitäten“ der Polizei sein wird. Weiterhin im Fokus bleibt die Überwachung der Geschwindigkeit.

Sechs Menschen sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen im Kreis Pinneberg tödlich verletzt worden:

  • Am 14. März starb in Brande-Hörnerkirchen ein 93 Jahre alter Mann. Der Senior hatte mit seinem Fahrzeug die Landesstraße 112 von Groß Offenseth-Aspern in Richtung Brande-Hörnerkirchen befahren. In einer Kurve überholte er ein Kleinkraftrad. Etwa 50 Meter nach dem Kurvenausgang kam es zum Frontal-Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Pkw. Beide Fahrer wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Der 93-Jährige starb im Krankenhaus.
  • Einen Monat später, am 13. April, gab es in Raa-Besenbek einen schweren Unfall. Ein 83 Jahre alter Mann befuhr mit seinem Auto die Bundesstraße 431 von Neuendorf kommend in Richtung Elmshorn. Ein Mann, der mit seinem Wagen entgegenkam, hielt wegen der seltsamen Fahrweise des 83-Jährigen am Straßenrand an. Dennoch prallte das entgegenkommende Auto, vermutlich wegen eines medizinischen Problems des Fahrers, ungebremst in das geparkte. Der 83-jährige Unfallverursacher starb am Unfallort.
  • Der nächste tödliche Unfall ereignete sich am 28. April in Rellingen. Beim Abbiegen vom Baumschulenweg in die Hauptstraße berührte der Lkw eines 42-jährigen Fahrers leicht eine 79 Jahre alte Frau, die mit einem E-Bike unterwegs war. Die Frau stürzte, schlug mit dem Kopf auf die Fahrbahn und starb aufgrund ihrer schweren Verletzungen am nächsten Tag im Krankenhaus.
  • Am 26. November gab es einen folgenschweren Unfall in Elmshorn, an dem ausschließlich Radfahrer beteiligt waren. Drei Radfahrer befuhren nacheinander den Gehweg am Ramskamp. Ein 17-Jähriger wollte einen 80-Jährigen überholen. In diesem Moment bog der 80-Jährige nach links ab. Es kam zum Zusammenstoß. Beide Radfahrer stürzten. Der Senior wurde schwer verletzt und starb am Abend.
  • Ein Unfall am 13. November in Uetersen endete ebenfalls tödlich. Der Fahrer eines Müllwagens übersah auf dem Grundstück eines Altenheims aufgrund der tiefstehenden Sonne eine 89-Jährige, die sich mit ihrem Gehwagen unmittelbar vor dem Lkw befand. Die Frau stürzte und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Sie starb am selben Tag.
  • Ebenfalls in Uetersen befuhr am 20. November ein 57-Jähriger mit seinem Lkw die Jahnstraße . Beim Abbiegen übersah er einen 35 Jahre alten Radfahrer. Der Mann starb am Unfallort.

Im Jahr 2016 waren zehn Menschen bei Verkehrsunfällen im Kreis Pinneberg ums Leben gekommen. 2015 waren es acht, 2014 vier und 2013 sechs gewesen.

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