Kreis Pinneberg : Mehr Unfälle, aber weniger Tote

Sie stellten den Verkehrssicherheitsbericht vor: Bernd Steiner, Kai Hädicke-Schories, Frank Matthiesen, Kai Sievers und Joachim Lang.
Sie stellten den Verkehrssicherheitsbericht vor: Bernd Steiner, Kai Hädicke-Schories, Frank Matthiesen, Kai Sievers und Joachim Lang.

Durchschnittlich 16,8 Verkehrsunfälle ereigneten sich 2013 täglich im Kreis Pinneberg, insgesamt also 6160. Bei 1096 von ihnen wurden Personen verletzt, sechs Menschen starben bei Verkehrsunfällen. Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, sprach gestern von einer „relativ hohen Verkehrssicherheit“ im Kreis Pinneberg. Obwohl die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent zugenommen hat. Denn es habe auch mehr zugelassene Fahrzeuge gegeben.

shz.de von
22. März 2014, 06:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Im Jahr 2013 hat es im Kreis Pinneberg 6160 Verkehrsunfälle gegeben. „Das sind zwar 117 mehr als im Jahr zuvor, aber die Zahl ist unauffällig, wenn man die vergangenen zehn Jahre betrachtet“, sagte Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, gestern während eines Pressegesprächs. Erfreulich sei, dass durch diese Unfälle weniger Personen schwer verletzt oder getötet wurden. Die Zahl der Schwerverletzten ging von 137 auf 112 zurück, die Zahl der tödlich Verunglückten von acht auf sechs.

Angesichts der Tatsache, dass die Zulassungszahlen für Kraftfahrzeuge im Jahr 2013 gestiegen seien und ab der zweiten Hälfte auch kleinste Unfälle elektronisch erfasst werden, waren Matthiesen und seine Kollegen mit der Vekehrsstatistik zufrieden. „Wir haben eine relativ hohe Verkehrssicherheit in den Kreisen Pinneberg und Segeberg“, sagte Matthiesen.

Radfahrer im Straßenverkehr seien für die Polizei im vergangenen Jahr ein Schwerpunktthema gewesen. So habe es im Bereich der Polizeidirektion mehrfach Kontrollen gegeben, um einerseits die Sicherheit der Fahrräder, aber auch das Verhalten der Radfahrer und das der Pkw-Fahrer gegenüber Radfahrern zu überprüfen und zu analysieren. „Da wurde in den vergangenen Jahren viel ignoriert“, sagte Bernd Steiner, der das Sachgebiet Verkehr in der Polizeidirektion Bad Segeberg leitet. Jetzt gelte es, einen Umgewöhnungsprozess in Gang zu setzen, denn viele Radfahrer seien im Straßenverkehr zu unaufmerksam.

„Die größte Gefahr besteht nicht darin, dass ein Fahrrad eine defekte Lichtanlage hat“, sagte Steiner. Es käme jedoch sehr häufig vor, dassRadfahrer auf der falschen Straßenseite führen. „Die wissen gar nicht, dass sie sich damit in Gefahr begeben“, meinte Steiner. Aber Autofahrer rechneten oft nicht damit, dass ein Radfahrer auf der linken Straßenseite fahre, denn schließlich sei dies nur Kindern erlaubt, die in der Regel nicht so schnell unterwegs seien.

„Die Regelungen, die für Fußgänger, Rad- und Autofahrer getrennt bestehen, sind inzwischen zu kompliziert geworden“, meinte Matthiesen. Er könne sich vorstellen, dass es weniger Unfälle gebe, wenn sich alle drei Gruppen von Verkehrsteilnehmern die Straße teilen würden. Im sogenannten Shared Space seien alle gleichbereichtig. In den Niederlanden gebe es derartige Plätze und die Erfahrungen dort seien positiv.

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