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Statistik : Mehr Mitglieder bei den Parteien im Kreis

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zuwachs in der Region entgegen des Bundestrends – Grüne, SPD, Linke und FDP vermelden ein Plus – Mitgliederverlust bei der CDU.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2017 | 14:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Die Menschen sind politikverdrossen und misstrauen den Parteien. So hieß es lange Zeit. Doch es gibt Zahlen, die das Gegenteil nahelegen. Die meisten politischen Parteien im Kreis Pinneberg registrieren einen Mitgliederzuwachs – und liegen damit zum Teil im bundesweiten Trend.

> Grüne: Die Grünen im Kreis Pinneberg gewannen von Januar 2016 bis Februar 2017 netto 26 Mitglieder hinzu. 270 sind es nun. Eine positive Entwicklung lasse sich in ganz Schleswig-Holstein beobachten. Auf Bundesebene sei ein neuer Mitgliederrekord aufgestellt geworden, heißt es vom Kreisverband. „Wir freuen uns sehr, dass viele neue Mitglieder den Weg in unsere Partei finden – hier macht sich eine Repolitisierung der Gesellschaft bemerkbar“, glaubt Gertrud Borgmeyer, Vorstandssprecherin der Kreis-Grünen, einen Trend feststellen zu können. „Seit der Wahl von Donald Trump hat dieser Zuwachs noch weiter an Schwung gewonnen.“

Erst im Januar war im Kreis Pinneberg die Jugendorganisation der Partei, die Grüne Jugend, gegründet worden. Borgmeyer sagt: „Für die Zukunft unserer Gesellschaft ist es von großer Bedeutung, dass sich auch die junge Generation für Politik interessiert und für die Werte unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung stark macht – gerade in Zeiten, wo in vielen Bereichen die Angriffe auf die Freiheit immer unverhohlener geführt werden.“ Bundesweit zählten die Grünen zum Jahreswechsel 61  596 Mitglieder – ein Zuwachs von 3,7 Prozent im Vergleich zu 2015, so der Kreisverband.

> SPD: Auch die Sozialdemokraten haben zugelegt. 1616 Mitglieder hatte der Kreisverband im Februar 2016. Ein Jahr später waren es 1632. Netto ein Plus von 16. „Trotz hoher Sterberate“, wie es aus der Kreisgeschäftsstelle in Pinneberg heißt. Bei den Jusos sind derzeit 32 Nachwuchspolitiker aktiv. Bundesweit hatte die SPD demnach im Februar 438.829 Mitglieder.

Die positive Entwicklung hängt für die SPD mit der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten zusammen. „Die Begeisterung für Martin Schulz beschert der SPD Rekordzahlen bei neuen Mitgliedern. In den vergangenen fünf Wochen hat die SPD mehr als 10  000 neue Mitglieder gewonnen. Das seien mehr Neueintritte als im Gesamtjahr 2015 und bereits 80 Prozent der im gesamten Kalenderjahr 2016 gewonnenen neuen Mitglieder“, heißt es aus der Kreisgeschäftsstelle.

> Linke: Die Linke im Kreis Pinneberg zählt derzeit 80 Mitglieder. Im Dezember 2015 waren es 73. Auf Bundesebene waren so viel Neueintritte zu verzeichnen, wie seit 2009 nicht mehr, teilte Kreissprecher Klaus-Dieter Brügmann mit. „Diese Neueintritte sind auf unsere klare Politik der sozialen Gerechtigkeit, einer eindeutigen Friedenspolitik und unserer internationale Solidarität gegenüber den Geflüchteten zurückzuführen“, sagte Brügmann.

Er räumte jedoch auch ein: „Insbesondere in den neuen Bundesländern sind viele Mitglieder verstorben, sodass die Mitgliederzahl bundesweit geringfügig von 58.989 auf 58.910 gesunken ist.“ Die Jugendorganisation der Linken sei auf Kreisebene nicht aktiv.

> FDP: Die FDP im Kreis Pinneberg steigerte ihre Mitgliederzahl um acht: 233 waren es Anfang 2016, ein Jahr später 241. „Es wird offensichtlich zunehmend attraktiver, in der FDP mitzuarbeiten. Die FDP fehlt im Bundestag“, sagte der Kreisvorsitzende Günther Hildebrand. Zugpferde seien Bundeschef Christian Lindner und der Landtagsfraktionschef Wolfgang Kubicki. „Der Zulauf hat eher überregionale Gründe“, sagte Hildebrand. Deutschlandweit stieg die Zahl der Liberalen von 53.584 im Januar 2016 auf 55.000 im Januar 2017.

> CDU: Mitglieder verloren hat dagegen die CDU. Im Kreisverband waren es im Januar 2016 1777, im Februar 2017 dann 1729 Mitglieder. Die Junge Union im Kreis Pinneberg hatte zu Beginn des Jahres 332 Mitglieder. Eine Erklärung für die Nettoverluste hat die CDU nicht, sie verweist jedoch auf positive Zeichen zu Beginn dieses Jahres. „Seit Beginn 2017 gewann die CDU 30 Neumitglieder. Das ist eine positive Entwicklung, die mit dem Superwahljahr 2017 und der sich im Frühjahr 2018 gleich anschließenden Kommunalwahl Neumitgliedern Perspektiven für politische Gestaltung bietet“, sagt Kreisgeschäftsführerin Karla Fock.

> Die AfD und die Piraten reagierten nicht auf die Anfrage.

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