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Pinneberger Tageblatt

16. August 2017 | 22:17 Uhr

Halstenbek : Mehr Geld für Flüchtlingshilfe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sozialausschuss in Halstenbek beschließt Stellenausbau des Migrationsbeauftragten. Gemeinde zahlt dafür 7200 Euro, die Unterstützung des Kreises ist erschöpft.

Halstenbeks Migrationsbeauftragter bekommt mehr Zeit für die Betreuung: Vor dem Hintergrund steigender Asylbewerberzahlen haben die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Sport und Kultur einstimmig beschlossen, die Stelle aufzustocken. Die SPD hatte den Antrag eingereicht. Statt bisher 19,5 sollen die Stunden nun auf 25 pro Woche erhöht werden. Jetzt muss nur noch die Gemeindevertretung zustimmen.

Die Kosten: 7200 Euro im Jahr. Die wird wohl die Gemeinde tragen – der Diakonieverein Migration schloss eine Bezuschussung aus, die Mittel des Kreises sind erschöpft. Die Verwaltung sagte jedoch auf Anfrage der Christdemokraten zu, noch einmal beim Land anzuklopfen. Dieser Weg – am Kreis vorbei – sei aber unüblich, sagte Susanne Dietrich, Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice. Zudem machten die Politiker den Weg für eine zusätzliche „hausmeisterliche Hilfe“ frei, die fünf bis sieben Stunden pro Woche auf 450 Euro-Basis beschäftigt werden soll. Der Grund: Das Ordnungsamt übernimmt derzeit Aufgaben wie Möbeltransporte oder kleine Reparaturen, die der Diakonieverein Migration nicht leisten kann. Dafür müssten dann Mittel in Höhe von zirka 6840 Euro pro Jahr bereitgestellt werden.

Aktuell werden laut Verwaltung 86 Asylbewerber von der Baumschulgemeinde betreut. Halstenbeks Migrationsbeauftragter Jonas Hufeisen atmete nach der Sitzung sichtbar auf: „Eine intensive Betreuung ist gar nicht mehr leistbar“, betonte er. Die Nachfrage nach Beratung sei groß. Er helfe beim Ausfüllen von Anträgen genauso wie bei der Suche nach Deutschkursen oder der gesundheitlichen Versorgung. Hufeisen ist einer von insgesamt drei hauptamtlichen Migrationsbeauftragten im Kreis Pinneberg. Außer in Halstenbek – wo die Kooperation mit dem Diakonieverein Migration bereits im Jahr 1992 vereinbart wurde – wurden sonst nur in Quickborn und Elmshorn diese Stellen geschaffen. Schenefeld will jetzt nachziehen, der Sozialausschuss gab grünes Licht.

Die Zahl der Asylsuchenden in Schleswig-Holstein steigt in diesem Jahr laut des Innenministeriums in Kiel im Vergleich zu 2013 um mehr als 70 Prozent – auf 6700 Erst- und 900 Folgeantragsteller. Für 2015 wird  mit den gleichen Zahlen gerechnet. Im Kreis Pinneberg sind derzeit 877 Asylsuchende untergebracht.

 

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