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Beschluss aus dem Kreistag : Mehr Geld für die Tagespflege

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kreistag beschließt mit Stimmen von SPD, Grünen, FDP, Linken und Piraten neue Stundensätze.

Kreis Pinneberg | Der Kreistag hat am Mittwoch währen seiner Sitzung im Pinneberger Ratssaal mit den Stimmen von SPD, Grünen, FDP, Linken und Piraten beschlossen, den Stundensatz für die Tagespflege zu erhöhen. Er steigt von bisher vier Euro auf 4,24 Euro. Außerdem wurde die „Fortzahlung der laufenden Geldleistung für Urlaub im Umfang von sechs Wochen“ in eine „Fortzahlung für Urlaub und Krankheit im Umfang von insgesamt sechs Wochen“ umgewandelt.

Die Mehrheit der Kreistagspolitiker folgte mit dem Beschluss einem Vorschlag der Kreisverwaltung. „Die Vergütung ist angemessen. Wir liegen damit landesweit im oberen Drittel“, sagte Nadine Haartje (SPD). Mit der Fortzahlung von Geld im Krankheitsfall sollen Tagespflegepersonen besser abgesichert werden. Bisher galt die Fortzahlung nur für eine sechswöchige Urlaubszeit. Nun gilt sie auch für Krankheit. Es bleibt jedoch bei insgesamt sechs Wochen. Diese Zeit sei „großzügig“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. In den Kindertagesstätten lägen die Schließzeiten für Urlaub bei maximal vier Wochen.

Die CDU-Fraktion setzte sich mit einem etwas weitergehenden Antrag nicht durch. Sie hatte gefordert, den Stundensatz in zwei Stufen zu staffeln. Tagespflegepersonen, welche die Mindestanforderungen erfüllen, sollten 4,24 Euro bekommen. Tagespflegepersonen mit zwei Jahren Erfahrung und nachweisbaren Fortbildungen sollten 4,35 Euro bekommen. Zur Kompensation krankheitsbedingter Ausfälle war ein Aufschlag von 0,16 Euro auf den Stundensatz vorgesehen. Weitere 0,10 Euro pro Stunde sollten für Vor- und Nachbereitung der Betreuung fließen. Die Differenzkostenregelung, also die Erstattung von Mehrkosten für die Kindertagespflege, wenn Eltern keinen Kitaplatz bekommen, wollte die CDU streichen.

„Die Staffelung der Stundensätze wäre ein Einstieg in die Qualitätsentwicklung“, sagte Phillipp Lohse, jugendpolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion. Der Betrag für Vor- und Nachbereitung solle etwa zu Elterngesprächen motivieren. „Das jetzige System begünstigt das Parken von Kindern“, sagte Lohse. Der Fraktionslose Burghard Schalhorn (KWGP) stimmte mit der CDU. Linke und Piraten brachten zusätzlich einen eigenen Antrag ein, der zumindest die Staffelung der CDU aufnahm. Denn der Jugendhilfeausschuss des Kreistags hatte die Staffelung im Februar ursprünglich bereits abgenickt. Daher stimmte die CDU dem Antrag von Linken und Piraten ebenfalls zu. Eine Mehrheit gab es aber nicht.

Finanziell hat der Mehrheitsbeschluss Auswirkungen auf Tagespflegepersonen, den Kreis und die Eltern. Tagespflegepersonen bekommen nun mehr Geld für ihre Leistung. Eltern müssen in Zukunft mehr für die Betreuung ihrer Kinder bezahlen. Und auch der Kreis muss mehr zahlen, wenn die Betreuung in Härtefällen staatlich gefördert werden kann.

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erstellt am 18.Mär.2016 | 12:00 Uhr

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